Montag, 30. November 2009

Zweimal Bemerkenswertes

Die guten Linken

Zwei Zitate:
„Dass die Überlebenden der Shoah und ihre Nachfahren alleine durch ihre Existenz an die Verbrechen der Deutschen und ihres Staates erinnern, nimmt man ihnen hierzulande übel. Zu stark ist das Bedürfnis nach Identifikation gerade mit den gesellschaftlichen Institutionen, die den Einzelnen um die Möglichkeit seiner individuellen Entfaltung betrügen. Es stimmt: Die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen – es sei denn, diese würden selbst zu Nazis; dann wäre man, sozusagen, quitt. Mehr noch: Es wäre, um mit Vladimir Jankélévitch zu reden, „die Erlaubnis und sogar das Recht, ja sogar die Pflicht, im Namen der Demokratie Antisemit zu sein! (…) Und wenn die Juden selbst Nazis wären? Das wäre wunderbar. Es wäre nicht länger nötig, sie zu bedauern; sie hätten ihr Los verdient.“ Aus diesem Grund spricht der durch die Schule der Halbbildung gegangene Antisemit von Israel, wenn es ihn zur Projektion drängt.“

„…. aus demselben Grund mutiert der Bundesbürger zum Philosemiten sobald er mit einem antisemitischen Juden, einem antiisraelischen Israeli oder einem post-zionistischen Zionismuskritiker zusammentrifft. Solche Begegnungen sind wahre Glücksfälle. Sie tragen zur Rehabilitierung des Exkommunizierten bei wie die Substituierung zur Resozialisierung des Drogenabhängigen. Wie nichts anderes raffinieren sie den Antisemitismus nach Auschwitz – das haben der zitierte Jankélévitch aber auch Jean Améry sehr früh gewahrt – zum demokratischen, ehrbaren, koscheren.“
Ende Zitate.

Woher stammen diese Zitate? Aus Deutschland, aus einem Blog der Linken – in dem durch aus Erfahrung erworbenem Wissen, Analysen linker und grüner „Israelkritiker“ erstellt werden, die es in sich haben. Meinen Kommentar dazu braucht es nicht, ich möchte jedoch meinem Freund Chanan aus Basel danken, der mich darauf aufmerksam gemacht hat. Immerhin beweist dieser und ähnliche Blogs, dass im Gegensatz zur hirnlosen rassistischen Rechten, es bei politisch Linken nicht nur den automatischen Israelhass-Reflex gibt, sondern bei zahlreichen von ihnen (ich weiss nicht wie viele) stattdessen ein offener Denkprozess stattfindet.


Not in Gaza

Über die Verlogenheit der Berichterstattung über Gaza habe ich schon verschiedentlich geschrieben. Zum Thema Armut, Hunger und israelischen Menschenrechtsverletzungen kann man sich darauf verlassen, dass die gazanischen Behörden der Hamas (wie jede andere palästinensische Behörde auch) diese geschickt inszenieren und den Medien wie auch gutmeinend-naiven Besuchern vermitteln. Aber für einmal bin ich auf Fotos gestossen, die diesen Eindruck, besonders den des Hungers und der Not, widerlegen. Die Bilder sind neu, das Wissen darüber jedoch nicht. Hier sind sie, den Kommentar verkneife ich mir, heisst es doch „Ein Bild ist mehr wert als Tausend Worte“. Die brandneuen Fotos sind von„Lens, Palestine today“. Dort hat’s noch mehr davon.





Kommentare:

Bernd Dahlenburg hat gesagt…

Da müsste man gleich wieder Laureen Booth (Press TV/Iran) zum Fotografieren hinschicken. Sie war damals mit "Free Gaza Movement" nach ebenselbem geschippert und hatte über das "Konzentrationslager" geschrieben.

Anonym hat gesagt…

ich habe diese Bilder noch :-)

http://community.livejournal.com/nasha_pravda_il/52041.html

Grüße Zahal