In seinem MedienBackSpin macht Bernd Dahlenburg darauf aufmerksam, dass der grösste Gewinner der Flottillenaffäre Ahmedinejad ist. Keiner spricht oder schreibt mehr über Iran, der als zweiter Erbe des NS (der erste war Jihadismus seit ca. 1920 und dessen Frucht, der Palästinismus die ganze Welt mit Terror in Atem hält). Die Flottillenaffäre in ihrer objektiven Nebensächlichkeit diktiert die News dieser Tage. In der UNO hätte die Blockade (sic!) Irans verschärft werden sollen, die jedoch von Erdogan mit einem Abkommen zwischen ihm und dem lieben und naiven Lula, Präsident Brasiliens, in einem Abkommen mit Ahmedinejad vordergründig entschärft werden konnte. Und jetzt mit noch mit der Idee der Flottille, die bewirkte, dass überhaupt niemand mehr über den Iran und die Verhinderung seiner weltweiten atomaren Bedrohung spricht. Was Bernd denkt, kann so unwahr nicht sein. Die Theorie macht Sinn, zeugt von politischem Genius und ebenfalls von der mehrheitlich herrschenden Dummheit des Publikums, so weit diese nicht von judenhassender Bösartigkeit geprägt ist. Die Inkompetenz israelischer Politiker und ihrer militärischen Planer hat diese neue islamistische Strategie indirekt unterstützt. Das hat wenig mit der Aktion der Froschmänner zu tun, die schliesslich ihre Aufgabe erfüllten, wenn auch nicht so elegant wie vorgesehen: Die MS „Mavi Marmara“ ankerte in Ashdod statt in Gaza, ja das zweite Schiff die MS „Rachel Corrie“ empfing, so verstehe ich, die israelischen Froschmänner mit Freude, liess zuvorkommend Strickleitern zu den Soldaten herunter und halfen ihnen beim Entern. Ob es danach Kaffee und Kuchen gab ist noch nicht geklärt. Nein, es geht vielmehr um die mangelnde Glaubwürdigkeit von Nethanyahu, der nicht nur seine Seele israelischen Rechtsextremisten der schlimmsten Art verkauft hat und sich weigert, eine Koalition der Vernunft einzugehen – er gilt bei vielen Israelis als opportunistischer Lügner, der alles tut um sein Amt solange wie nur möglich zu halten. Ob Zippi Livni, Ehud Barak oder jemand im Augenblick noch nicht Erkannter (jemand so schlau wie der iranische Giftzwerg A., aber so anständig und ehrlich wie Itzchak Rabin) eine bessere Alternative wären, gilt es zu beweisen. Möglichst bald.
Der wohl überzeugendste Beweis, dass die türkischen Hilfsgüter für die Schiffliaktion nichts als eine Ausrede ist, liegt in der Tatsache, dass Hamas sich weigert, diese doch so wohlgemeinte und dringende Lieferung überhaupt anzunehmen. Das erinnert mich ein wenig an die Kommentare nach Israels Auszug aus Gaza vor vier Jahren. Statt sich über das nun total judenreine Gaza zu freuen, die fortschrittliche Landwirtschaft, von den Israelis hinterlassen, zu nutzen, wurde diese grösstenteils zerstört, dann Tausende Raketen nach Israel geschossen. Erklärt wurde all das von den nun freien Palästinensern und ihren Apologeten so, Israel hätte halt nicht ohne Abkommen mit der damals dort noch herrschenden Fatah abziehen sollen. Ein Abkommen, das alles geregelt hätte, wie auch die tägliche Zahl der dann folgenden Raketenabschüsse. Nun sitzen die Gazaner unter hamasscher Fuchtel und werden terrorisiert. Denn, so argumentieren ihre westlichen Freunde, Hamas sei doch ganz legal nach einer Abstimmung an die Macht gekommen. Die Quittung war eine religiöse Diktatur, die ihre Opposition von Dächern stürzt, Christen ermordet, ihren Gegnern, wie von Israel gelernt, die Häuser zustört oder gar, nicht von Israel gelernt, sie als „Kollaborateure“ fantasievoll umbringt usw. und auf diese Art intensiv ihre Religion auslebt. Nebenbei: vor ähnlichem müssen wir Israelis uns schützen, religiöser und weniger religiöser Faschismus bedroht auch uns, extremistische Haredim und Siedler sind feste dran unsere Demokratie auszuhöhlen.
Montag, 7. Juni 2010
Freitag, 4. Juni 2010
Macht Musik
Caroline Glick, mit ihren leicht rechten Ansichten trotz enormem Talent, nicht gerade mein Favorit unter den Journalisten, hat einen Song geschrieben, der es in sich hat. Er geht um die Welt – wenigstens um die jüdische Welt und die seiner Freunde – und zeigt, dass wir Juden immerhin auch dann noch den Humor behalten, wenn wir Probleme haben, gerade jene Probleme, die im Lied angesprochen werden. Ich erhielt diesen Song von vielen Freunden, sogar eine sehr gute deutsche Übersetzung des Textes, den ich hier wiedergebe. Dieser fünfminütige Song ist nicht nur als Idee gut, sondern von der jugendlichen Caroline Glick und ihren ebenso jungen Kollegen vorgeführt – was mich fasziniert, sind die teilweise professionell wirkenden Sänger und Sängerinnen. Also, bitte: YouTube - Flotilla Choir presents: We Con the World. Die untenstehende deutsche Textübersetzung stammt von der German Media Watch – Chapeau! Uebrigens, gleicht der Kapitän des Chors nicht sehr dem Freddie Mercury s.A. der Queen?
Caroline, I love you!
Latma TV präsentiert:
Türkischer „Hilfe für Gaza“-Song mit Kapitän Messerstecher und seinen Freunden
Es kommt eine Zeit,
da müssen wir eine Show hinlegen,
für die Welt, das Web und CNN.
Keine sterbenden Menschen -
deshalb ist das Beste, was wir tun können,
den größten aller Bluffs zu kreieren.
Wir müssen weiter machen,
Tag für Tag vorgeben,
dass es in Gaza Krise, Hunger und Seuche gibt.
Denn mit den Milliarden an Hilfsgeldern
sind sie nicht in der Lage die Einkäufe für die Grundbedürfnisse zu machen:
etwas Käse und Raketen für die Kids.
Wir bringen die Welt dazu
die Vernunft aufzugeben.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
die Hamas sei Mutter Theresa.
Wir sind friedfertige Reisende
mit Schusswaffen und eigenen Messern.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Oh, wir werden sie ins Herz stechen.
Sie sind Soldaten, die kümmern niemanden.
Wir sind wenige
und wir machten ein paar Fotos mit Tauben.
Wie Allah uns gezeigt hat:
Es gibt keinen Bedarf für Fakten.
Daher werden wir immer die Oberhand haben.
Wir bringen die Welt dazu
die Vernunft aufzugeben.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
die Hamas sei Mutter Theresa.
Wir sind friedfertige Reisende
mit Schusswaffen und eigenen Messern.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Wenn Islam und Terror deine Stimmung aufhellen,
du dich aber sorgst, dass es nicht so gut aussehen könnte:
Nun, erkennst du nicht,
dass du sich selbst nur
einen Aktivisten für Frieden und humanitäre Hilfe nennen musst?
Wir bringen die Welt dazu
die Vernunft aufzugeben.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
die Hamas sei Mutter Theresa.
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwenken unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Wir verladen die Welt – Yalla, lasst mich euch hören!
Wir verladen die Menschen.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
dass die IDF Jack the Ripper ist.
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwingen unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden. – Itbach el Yahud! (schlachtet die Juden)
Wir verladen die Welt
wir verladen die Menschen
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
dass die IDF Jack the Ripper ist. – Jetzt alle zusammen!
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwingen unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Wir verladen die Welt,
wir verladen die Menschen.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
dass die IDF Jack the Ripper ist.
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwingen unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Caroline, I love you!
Latma TV präsentiert:
Türkischer „Hilfe für Gaza“-Song mit Kapitän Messerstecher und seinen Freunden
Es kommt eine Zeit,
da müssen wir eine Show hinlegen,
für die Welt, das Web und CNN.
Keine sterbenden Menschen -
deshalb ist das Beste, was wir tun können,
den größten aller Bluffs zu kreieren.
Wir müssen weiter machen,
Tag für Tag vorgeben,
dass es in Gaza Krise, Hunger und Seuche gibt.
Denn mit den Milliarden an Hilfsgeldern
sind sie nicht in der Lage die Einkäufe für die Grundbedürfnisse zu machen:
etwas Käse und Raketen für die Kids.
Wir bringen die Welt dazu
die Vernunft aufzugeben.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
die Hamas sei Mutter Theresa.
Wir sind friedfertige Reisende
mit Schusswaffen und eigenen Messern.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Oh, wir werden sie ins Herz stechen.
Sie sind Soldaten, die kümmern niemanden.
Wir sind wenige
und wir machten ein paar Fotos mit Tauben.
Wie Allah uns gezeigt hat:
Es gibt keinen Bedarf für Fakten.
Daher werden wir immer die Oberhand haben.
Wir bringen die Welt dazu
die Vernunft aufzugeben.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
die Hamas sei Mutter Theresa.
Wir sind friedfertige Reisende
mit Schusswaffen und eigenen Messern.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Wenn Islam und Terror deine Stimmung aufhellen,
du dich aber sorgst, dass es nicht so gut aussehen könnte:
Nun, erkennst du nicht,
dass du sich selbst nur
einen Aktivisten für Frieden und humanitäre Hilfe nennen musst?
Wir bringen die Welt dazu
die Vernunft aufzugeben.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
die Hamas sei Mutter Theresa.
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwenken unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Wir verladen die Welt – Yalla, lasst mich euch hören!
Wir verladen die Menschen.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
dass die IDF Jack the Ripper ist.
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwingen unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden. – Itbach el Yahud! (schlachtet die Juden)
Wir verladen die Welt
wir verladen die Menschen
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
dass die IDF Jack the Ripper ist. – Jetzt alle zusammen!
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwingen unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Wir verladen die Welt,
wir verladen die Menschen.
Wir bringen sie alle dazu zu glauben
dass die IDF Jack the Ripper ist.
Wir sind friedfertige Reisende
wir schwingen unsere eigenen Messer.
Die Wahrheit wird ihren Weg nie
in euer Fernsehen finden.
Donnerstag, 3. Juni 2010
Mut
Jemand sandte mir einen kleinen Film aus Los Angeles über einen jungen Juden, einen Mittelschüler mit weisser Kippa auf dem Kopf, der ganz allein sich unter eine hysterische Bande Palästinisten mischte, eine israelische Flagge aufrollte und vor ihnen marschierte. Polizisten, offenbar beeindruckt vom Mut des jungen Mannes schützten ihn, indem sie sich zwischen ihn und die tobenden Terrorversteher stellten. Er wurde am Ort interviewt und stellte absolut cool und ohne irgendein Zeichen von Aufregung oder Angst einige Tatsachen über die maritimen Vorgänge vor der Küste Israels fest. Gefragt, woher er denn dass alles wisse, sagte er aus den Nachrichten, er sei eben ein gebildeter Mensch.Eine Art Interview wurde versucht mit den Pro-Terror Demonstranten durchzuführen, doch alles, das zu hören war, waren Schreie und Judenhass. Von „Bildung“ keine Spur. Kol Hakavod, young man. Wert auch von tapferen Schweizer Juden imitiert zu werden. Kippa wäre dabei keine Bedingung.
Mittwoch, 2. Juni 2010
Warum sich die Balken biegen
Zur Vereinfachung und um nicht zu repetieren was besonnene Medien (Blogs sind damit auch gemeint) mitteilen, will ich auf den Blog meines Augsburger Freundes Bernd Dahlenburgs „MedienBlackspin“ aufmerksam machen. Darin berichtet er fast „live“ über Kommentare aus aller Welt, alles in bestem Deutsch und vielen Links. Die Menge Beweise, des wirklichen Geschehens kommt langsam an die Öffentlichkeit, doch bei den inzwischen oder schon vorher hirngewaschenen Palästinisten der Welt wird nur das akzeptiert, das ihre vorgefassten Kenntnisse bestätigt. Traurig am Ganzen ist die nicht neue Erkenntnis, dass sich Palästinisten der freien Welt mit den übelsten und brutalsten Menschenrechtskriminellen verbünden, vor allem mit Hamas und Al-Kaida, während sie die einzige, um ihr Überleben kämpfende Demokratie der Region verachten und verleumden. Für englisch sprechende unter meinen Leser, empfehle ich den Radiosender des Blogs „Honest Reporting“, der eine klare Erklärung der Situation wiedergibt.
Dienstag, 1. Juni 2010
Der Tag danach
Wie naiv wir Israelis doch sind. Fast unbewaffnet begeben sich Marinekommandos auf ein Schiff, auf dem es extrem friedliebende Menschen der palästinistischen Sorte gibt, denn es wurde ihnen gesagt, diese seien völlig unbewaffnet und eben friedliebend und selbstdeklarierte Nachahmer des gewaltlosen Widerstandes eines Mahatma Gandhis und Martin Luther Kings. Doch in der islamistischen Welt ist gewaltlos und friedliebend ein Oxymoron zur eigenen Kultur des Jihadismus. Der Geheimdienst und die Verantwortlichen für diesen Einsatz haben versagt. Soldaten der Flottille 13, den israelischen Froschmännern, wurden deswegen verwundet, zum Teil schwer. Doch all das hat mit dem Entscheid diese Aktion vor der israelischen Küste durchzuführen wenig zu tun. Heute ist es tatsächlich so, dass sogar wenn Israel sämtliche Zäune um Gaza und in um die Westbank entfernen würde, der Verkehr wieder frei wäre, der Handel blühen und Palästina eine eigene, entgegen allen Erwartungen nicht korrupte oder gar diktatorische Regierung und eigenen Staat hätte – der Judenhass des Palästinismus würde unverändert bliebe. Denn inzwischen bin ich zur Überzeugung gekommen, dass nicht Israels Benehmen (bei weitem nicht perfekt) der wahre Grund für die Feindschaft ist, die ihm entgegen gebracht wird, sondern seine Existenz per se. Der Zweck des Palästinismus ist nicht, den Palästinensern zu helfen, sondern die Elimination des Staates der Juden, dem einzigen Lichtblick in dieser trüben Region. Unsere Politiker und Generäle hätten das wissen müssen. Dann hätten sie das Leben und die Gesundheit der betroffenen Schiffspassagiere, für welche sich allerdings meine Teilnahme in engen Grenzen hält) und Soldaten, den wirklichen Opfern dieses Skandals, geschützt. Ein Skandal ist vor allem, wie die Welt sich von diesen friedlichen und völlig gewaltfreien Vertretern des Antiisraelismus düpieren und sich von Hamas und ihren Fans einspannen lässt. Zum Thema hier nochmals etwas von Lisas Welt, soeben angekommen und mir Zeit sparend, da ich nicht nochmals über das Selbe schreiben muss – Lisas Welt tut das sogar noch besser als ich.
Montag, 31. Mai 2010
Eigentor?
Unter dem Titel Praktizierte „Israelkritik“ ist in Lisas Welt wieder einmal ein klarer Beitrag zum Palästinismus zu lesen. Das zum heutigen Einstieg.
Eine neue und brillante Tat eben dieses Palästinismus geht eben in diesen Stunden zu Ende. Gerade jetzt, 11.15 Uhr steht die Zahl der Toten Palästinismus-Touristen auf über zehn, wer dabei ist, wird nicht bekannt gegeben. Dazu kommen dreissig Verletzte, darunter sechs Marinekommandos. Wie berichtet wird, waren Passagier nicht nur mit Messern, Äxten und Eisenstangen bewaffnet, sondern auch mit Schusswaffen. Noch ist nicht klar, ob diese Schusswaffen den Soldaten weggenommen worden sind oder die schiessenden Aktivisten diese mitgebracht hatten. Die Soldaten seien von einem Lynch durch die Passagiere bedroht gewesen und hätten das Feuer eröffnet. Wieder einmal war keine Presse anwesend um irgendetwas zu bestätigen – ein weiterer Bock, von Israel geschossen. Die Zensur feiert. Auf der anderen Seite wird in den heutigen Tagen, alles – ob positives oder negatives – ausschliesslich mit einem höchst antiisraelischen Akzent ausgelegt. Doch dieses Thema will ich lieber nicht weiterspinnen, es könnte als weinerlich interpretiert werden, für mich beschämend. Auch wenn es in seiner Substanz korrekt wäre.
Wie Jacques Ungar meint, hat der israelische Geheimdienst versagt. Die Marine hatte die zur Ausführung ihres Auftrags nötigen Informationen nicht oder nur unvollständig erhalten. Noch schlimmer scheint die Öffentlichkeitsarbeit der Regierung, die im Grunde genommen keinerlei begleitende Massnahmen für diese Affäre vorgenommen hatte und gar nicht versuchte, die Hintergründe der palästinistischen Aktion zu erklären.
Soeben hörte ich, das Scheich Ra’ed Salah verwundet und operiert wurde und im Spital liegt. Da es seit einigen Wochen für mich gefährlich geworden ist über ihn zu kommentieren, halte ich mich jetzt zurück und sage dazu lieber nichts.
Wie wird es weitergehen?
Eine neue und brillante Tat eben dieses Palästinismus geht eben in diesen Stunden zu Ende. Gerade jetzt, 11.15 Uhr steht die Zahl der Toten Palästinismus-Touristen auf über zehn, wer dabei ist, wird nicht bekannt gegeben. Dazu kommen dreissig Verletzte, darunter sechs Marinekommandos. Wie berichtet wird, waren Passagier nicht nur mit Messern, Äxten und Eisenstangen bewaffnet, sondern auch mit Schusswaffen. Noch ist nicht klar, ob diese Schusswaffen den Soldaten weggenommen worden sind oder die schiessenden Aktivisten diese mitgebracht hatten. Die Soldaten seien von einem Lynch durch die Passagiere bedroht gewesen und hätten das Feuer eröffnet. Wieder einmal war keine Presse anwesend um irgendetwas zu bestätigen – ein weiterer Bock, von Israel geschossen. Die Zensur feiert. Auf der anderen Seite wird in den heutigen Tagen, alles – ob positives oder negatives – ausschliesslich mit einem höchst antiisraelischen Akzent ausgelegt. Doch dieses Thema will ich lieber nicht weiterspinnen, es könnte als weinerlich interpretiert werden, für mich beschämend. Auch wenn es in seiner Substanz korrekt wäre.
Wie Jacques Ungar meint, hat der israelische Geheimdienst versagt. Die Marine hatte die zur Ausführung ihres Auftrags nötigen Informationen nicht oder nur unvollständig erhalten. Noch schlimmer scheint die Öffentlichkeitsarbeit der Regierung, die im Grunde genommen keinerlei begleitende Massnahmen für diese Affäre vorgenommen hatte und gar nicht versuchte, die Hintergründe der palästinistischen Aktion zu erklären.
Soeben hörte ich, das Scheich Ra’ed Salah verwundet und operiert wurde und im Spital liegt. Da es seit einigen Wochen für mich gefährlich geworden ist über ihn zu kommentieren, halte ich mich jetzt zurück und sage dazu lieber nichts.
Wie wird es weitergehen?
Samstag, 29. Mai 2010
Die schönen Seelen
Ein Leser meines Blogs fragte mich heute an, wie man Gutmenschen (pardon GMs®) auf Hebräisch nenne. Gerne gab ich ihm Auskunft: man sage „Jaffe Nefesh“ im Singular, im Plural kommt noch eines kleines „i“ dazu: „Jaffei Nefesh“. Das heisst „schöne Seele(n).
So, jetzt schloss ich eine wichtige Bildungslücke.
Zurzeit schwimmt eine Flotte solcher schönen Seelen, zusammen mit einigen palästinensischen Manipulatoren, auf die sie ansprechen wie Drogensüchtige auf einen Schuss Heroin, aus der Türkei Richtung Gaza. Israels Marine ist darauf vorbereitet und wird sie einfangen und in den israelischen Hafen Ashdod bringen, der ganz in der Nähe Gazas liegt. Hamas hat bekannt gegeben, sie würden den Hafen Gazas für den Empfang herrichten – obwohl sie ja jammern, sie hätten keinerlei Baumaterialien. Nun, lügen gehört zur Jobbeschreibung der Hamas und diese zu glauben in die Jobbeschreibung ihrer Kunden, den Palästinisten aus westlichen Ländern. Es scheint dass die weltweite Presse bisher wenig darüber berichtet, vielleicht gibt es heute Nacht etwas Drama auf hoher See – was ich nicht hoffe – oder das Theater geht ohne Trara aber mit einem enttäuschten Seufzer frustrierter GMs® unter.
Heute Nacht oder Morgen früh werden wir das Ergebnis kennen.
So, jetzt schloss ich eine wichtige Bildungslücke.
Zurzeit schwimmt eine Flotte solcher schönen Seelen, zusammen mit einigen palästinensischen Manipulatoren, auf die sie ansprechen wie Drogensüchtige auf einen Schuss Heroin, aus der Türkei Richtung Gaza. Israels Marine ist darauf vorbereitet und wird sie einfangen und in den israelischen Hafen Ashdod bringen, der ganz in der Nähe Gazas liegt. Hamas hat bekannt gegeben, sie würden den Hafen Gazas für den Empfang herrichten – obwohl sie ja jammern, sie hätten keinerlei Baumaterialien. Nun, lügen gehört zur Jobbeschreibung der Hamas und diese zu glauben in die Jobbeschreibung ihrer Kunden, den Palästinisten aus westlichen Ländern. Es scheint dass die weltweite Presse bisher wenig darüber berichtet, vielleicht gibt es heute Nacht etwas Drama auf hoher See – was ich nicht hoffe – oder das Theater geht ohne Trara aber mit einem enttäuschten Seufzer frustrierter GMs® unter.
Heute Nacht oder Morgen früh werden wir das Ergebnis kennen.
Freitag, 28. Mai 2010
Die Nachwehen
Der Zürcher Tages-Anzeiger scheint die erste Tageszeitung der Deutschschweiz zu sein, die das Outing Ledergerber aufnahm. Die ersten paar Dutzend Leserkommentare waren von Judenhasser in Reinkultur. Dann fragten einige vernünftig, warum der liebe Elmar und seine ihn anhimmelnden Kommentatoren denn nicht auch zu einem Wirtschaftsboykott gegen China, Russland, Sudan und ähnlichen, die tatsächlich Menschenrechte verletzen, aufrufen – Iran wurde bisher ausgelassen – eine Frage, die den Vorfall noch mehr ins antisemitische Feld rückt. Eine Antwort dazu ist bisher nirgends zu finden. Inzwischen habe ich von Henryk M. Broder eine zehnminütige Definition des heutigen Antisemitismus gefunden, brillant vorgebracht vor dem Innenausschuss des deutschen Bundestages, eine überzeugende, sich immer wieder selbst beweisende These, die Denken und Funktionieren moderner Antisemiten erklärt.
Da ich in die Veröffentlichung des Vorfalls involviert bin, möchte ich einmal klar feststellen, kein Apologet rechtsextremer Siedler und Ähnlichen zu sein. Ich gehe nie aus Sympathie für die Siedler in die besetzten Gebiete, es sei denn, es gibt dort etwas Interessantes zu berichten, wie mein Bericht über die Damen der Machsom Watch (24.6.2009). Wieder einmal wiederhole ich, dass es beim Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern um zwei Völker geht, die beide berechtigte Ansprüche haben, aber, weil historisch gesehen, die Palästinenser eine alles oder nichts Politik betreiben, ein judenreines Palästina wollen, es schlicht keine annehmbare Lösung gibt. Die seit Ende der zwanziger Jahre bestehende religiöse Komponente hat sich verstärkt und ist auf beiden Seiten sehr einflussreich geworden. Die Khartum Grundsätze der arabische Welt von 1967 „keine Anerkennung, keine Verhandlungen, kein Frieden mit Israel“ haben sich gelockert, wir haben Friedensverträge mit Jordanien und Ägypten. „Alles oder nichts“ Politik gibt es auch bei uns Juden, doch politisch einflussreich ist sie erst in den vergangen Jahren geworden, vor allem durch die Friedensverweigerung der Palästinenser, ihrem Terror und den Raketenangriffe aus Libanon und Gaza und dem Judenhass aller islamischer Völker. Es hat sich gezeigt, dass bestenfalls Regierungen mit Israel einen Frieden abschliessen, ihr Volk hasst uns weiterhin mit religiöser Inbrunst, die mit Politik der Fakten rein gar nichts zu tun hat. Dadurch wuchs die Abneigung und sogar Furcht vieler Israelis vor dem palästinensischen und heute vor allem islamischen Feind. Das drückte sich in Wahlresultaten aus, die leider der politischen und extrem religiösen Rechte die Macht fehlender Vernunft verlieh.
Ebensowenig bin ich Apologet für die Palästinapolitik der Nethanyahu Regierung, die sich von Rechtsextremisten in Abhängigkeit gebracht hat und, weil Nethanyahu vor allem an seinem eigenen politischen Überleben interessiert ist, diese nicht zum Teufel jagt und eine Regierung der Vernunft mit den mitte-links Parteien Kadima und Arbeitspartei/Meretz auf die Beine stellt. Allerdings würde das die palästinensische Politik zurzeit nicht ändern – auch wenn, was für uns alle gut wäre, Siedlungen nicht nur nicht weitergebaut und sondern aufgehoben würden. Die Rückzüge aus Libanon (Barak) und Gaza (Sharon) haben uns leider bewiesen, dass Vertrauen fördernde Massnahmen dieser Art in der palästinensischen Welt als Schwäche ausgelegt wurden. Beide Male waren viele Tote auf beiden Seiten die Folge, ausgelöst durch Raketenangriffen der Hisbollah und Hamas, geliefert vom neuesten Feind Israels, dem islamistischen Iran, durch seine Stellvertreter an Israels Grenzen.
Etwa 80-90% Kommentare zum Ledergerber-Artikel des Tages-Anzeigers zeugen von freiwilliger, ja gekonnt böswilliger Ignoranz zum Thema, die den latenten Judenhass (ich ziehe dieses ehrliche Wort dem Wort „Antisemitismus“ vor, denn dann wird niemand mehr das abgeschliffene und unehrliche Argument, die Araber seien doch auch Semiten, anwenden können). Mehr will ich darüber nicht schreiben, Broders Definition zeitgenössischen Judenhasses tut das besser. Nur eines, nämlich das Gejammer der Israelkritiker, dass Israelkritik immer gleich mit der „Holocaustkeule“ beantwortet werde und sie als Judenhasser darstellen, bestätigt einmal das beleidigte Leberwurst Syndrom von Leuten, die ihr ganzes Wissen auf Vorurteile und oberflächliche Medienberichte aufbauen, jedoch keinerlei konkretes Wissen besitzen. Diese Art von Israelkritikern will nicht wahrhaben, dass Leute, deren Familien im Holocaust ermordet worden sind dies auch heute nicht vergessen können. Keiner dieser nichtjüdischen Kritiker scheint das begreifen zu wollen – er ist beleidigt, wenn er damit konfrontiert wird. Das alles verbirgt nicht die Tatsache, dass es vieles gibt, das bei Israel kritisiert werden kann – ich tue es ja selbst und machte mich in gewissen Kreisen auch schon recht unbeliebt. Immerhin, versuche ich mit meiner Tätigkeit mit meinen arabischen Freunden, diesen die Hand der Freundschaft zu reichen, bisher meist erfolgreich, wie jene, die den Besuch meines heute engen Freundes Said Abu-Shakra und mir in der Züricher Helferei Mitte April miterlebt haben.
Da ich in die Veröffentlichung des Vorfalls involviert bin, möchte ich einmal klar feststellen, kein Apologet rechtsextremer Siedler und Ähnlichen zu sein. Ich gehe nie aus Sympathie für die Siedler in die besetzten Gebiete, es sei denn, es gibt dort etwas Interessantes zu berichten, wie mein Bericht über die Damen der Machsom Watch (24.6.2009). Wieder einmal wiederhole ich, dass es beim Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern um zwei Völker geht, die beide berechtigte Ansprüche haben, aber, weil historisch gesehen, die Palästinenser eine alles oder nichts Politik betreiben, ein judenreines Palästina wollen, es schlicht keine annehmbare Lösung gibt. Die seit Ende der zwanziger Jahre bestehende religiöse Komponente hat sich verstärkt und ist auf beiden Seiten sehr einflussreich geworden. Die Khartum Grundsätze der arabische Welt von 1967 „keine Anerkennung, keine Verhandlungen, kein Frieden mit Israel“ haben sich gelockert, wir haben Friedensverträge mit Jordanien und Ägypten. „Alles oder nichts“ Politik gibt es auch bei uns Juden, doch politisch einflussreich ist sie erst in den vergangen Jahren geworden, vor allem durch die Friedensverweigerung der Palästinenser, ihrem Terror und den Raketenangriffe aus Libanon und Gaza und dem Judenhass aller islamischer Völker. Es hat sich gezeigt, dass bestenfalls Regierungen mit Israel einen Frieden abschliessen, ihr Volk hasst uns weiterhin mit religiöser Inbrunst, die mit Politik der Fakten rein gar nichts zu tun hat. Dadurch wuchs die Abneigung und sogar Furcht vieler Israelis vor dem palästinensischen und heute vor allem islamischen Feind. Das drückte sich in Wahlresultaten aus, die leider der politischen und extrem religiösen Rechte die Macht fehlender Vernunft verlieh.
Ebensowenig bin ich Apologet für die Palästinapolitik der Nethanyahu Regierung, die sich von Rechtsextremisten in Abhängigkeit gebracht hat und, weil Nethanyahu vor allem an seinem eigenen politischen Überleben interessiert ist, diese nicht zum Teufel jagt und eine Regierung der Vernunft mit den mitte-links Parteien Kadima und Arbeitspartei/Meretz auf die Beine stellt. Allerdings würde das die palästinensische Politik zurzeit nicht ändern – auch wenn, was für uns alle gut wäre, Siedlungen nicht nur nicht weitergebaut und sondern aufgehoben würden. Die Rückzüge aus Libanon (Barak) und Gaza (Sharon) haben uns leider bewiesen, dass Vertrauen fördernde Massnahmen dieser Art in der palästinensischen Welt als Schwäche ausgelegt wurden. Beide Male waren viele Tote auf beiden Seiten die Folge, ausgelöst durch Raketenangriffen der Hisbollah und Hamas, geliefert vom neuesten Feind Israels, dem islamistischen Iran, durch seine Stellvertreter an Israels Grenzen.
Etwa 80-90% Kommentare zum Ledergerber-Artikel des Tages-Anzeigers zeugen von freiwilliger, ja gekonnt böswilliger Ignoranz zum Thema, die den latenten Judenhass (ich ziehe dieses ehrliche Wort dem Wort „Antisemitismus“ vor, denn dann wird niemand mehr das abgeschliffene und unehrliche Argument, die Araber seien doch auch Semiten, anwenden können). Mehr will ich darüber nicht schreiben, Broders Definition zeitgenössischen Judenhasses tut das besser. Nur eines, nämlich das Gejammer der Israelkritiker, dass Israelkritik immer gleich mit der „Holocaustkeule“ beantwortet werde und sie als Judenhasser darstellen, bestätigt einmal das beleidigte Leberwurst Syndrom von Leuten, die ihr ganzes Wissen auf Vorurteile und oberflächliche Medienberichte aufbauen, jedoch keinerlei konkretes Wissen besitzen. Diese Art von Israelkritikern will nicht wahrhaben, dass Leute, deren Familien im Holocaust ermordet worden sind dies auch heute nicht vergessen können. Keiner dieser nichtjüdischen Kritiker scheint das begreifen zu wollen – er ist beleidigt, wenn er damit konfrontiert wird. Das alles verbirgt nicht die Tatsache, dass es vieles gibt, das bei Israel kritisiert werden kann – ich tue es ja selbst und machte mich in gewissen Kreisen auch schon recht unbeliebt. Immerhin, versuche ich mit meiner Tätigkeit mit meinen arabischen Freunden, diesen die Hand der Freundschaft zu reichen, bisher meist erfolgreich, wie jene, die den Besuch meines heute engen Freundes Said Abu-Shakra und mir in der Züricher Helferei Mitte April miterlebt haben.
Dienstag, 25. Mai 2010
Eine Präzisierung und das Outing des Elmar L.
Die Reaktion auf meinen letzten Tagebucheintrag erbrachte Fragen im Zusammenhang mit dem von mir gebrachten Worte „mordbereite Jugend“. Vielleicht bin ich damit ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. Haredische Gewaltdemonstrationen zum „Schutz des Schabbat“ und anderen Ausreden, haben schon zu tödlichen Verletzungen geführt, ich erinnere mich an einen Motorradfahrer, der vor Jahren buchstäblich seinen Kopf wegen einem über die Bar Ilan Strasse Draht oder Seil verlor. Wie die erste Intifada und auch Geschehnisse danach zeigten, können geworfene Steine und andere Gegenstände töten. Die heutigen haredischen Randalierer nehmen ohne zu zögern diese Gefahr in kauf, wenn sie Zivilisten und Polizisten mit Steinen und Brandsätzen bewerfen, auch wenn bisher noch keine Todesopfer zu beklagen sind. An gutem Willen von Seiten der Aufrührer fehlt es bestimmt nicht. Nicht ohne Grund gibt es schon Leute in Israel, die diese von Rabbinern (statt Mullahs) aufgehetzten frommen Jugendlichen „Taliban“ nennen.
Doch genug davon.
Das Outing des Elmar Ledergerber
Elmar Ledergerber, ehemaliger Stadtpräsident von Zürich und heute als Präsident von Zürich Tourismus arbeitend, politisch moderat und erfolgreich, bekannt und beliebt, hat sich geoutet. In einer Sendung des RSR (Radio Suisse Romande) vom 17. Mai 2010 war er mit einem Aufruf zu hören, der nicht nur von Israelhass troff, sondern noch einen drauf setzte, indem er in bester „Kauft nicht beim Juden!“ Manier zum wirtschaftlichen Boykott Israels aufrief. Leider versuchte ich hier erfolglos den Link einzufügen - aber wer will kann bei mir die weisen Worte als Audio in einem e-mail Attachment bekommen. Hier statt dessen der deutschsprachige Transcribe seiner Hetzerei, zu der sich jeder Kommentar erübrigt:
Israel Mitglied bei der OECD
Von Elmar Ledergerber, ehemaliger Stadtpräsident von Zürich; Jetzt Präsident von Zürich Tourismus
Israel wurde in die OECD aufgenommen, ein Entscheid, der überraschend, nein, skandalös ist.
Der Staat Israel von heute erfüllt die Prinzipien nicht, welche in der OECD Vereinbarung festgelegt sind. Israel ignoriert die Beschlüsse der UNO-Vollversammlung und des Sicherheitsrates. In vieler Hinsicht respektiert Israel das internationale Recht nicht. Es verhält sich gegenüber Palästina, der West Bank und Gaza [sic] wie eine Besatzungsmacht. In Gaza hat Israel die Genfer Konvention verletzt: Die israelische Armee hat die Zivilbevölkerung angegriffen, und sogar Einrichtungen der UNO und des Roten Kreuzes. Die Wirtschaftsblockade gegen Gaza ist verantwortlich für das Elend der Bevölkerung und für den Tod tausender Menschen. Israel widersetzt sich allen Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten: Indem es immer mehr Siedlungen in Westjordanien [sic] baut und die arabische Bevölkerung aus Ostjerusalem vertreibt, macht Israel sich schuldig an einer konfliktuellen Entwicklung [sic] und an einem Terrorismus, dessen Wurzeln in dieser kolonialistischen Haltung liegen.
Kurz gesagt: Israel erfüllt die Bedingungen einer OECD-Mitgliedschaft nicht. Es liegt also an uns, die Konsequenzen zu ziehen, und das heisst: Produkte und Waren aus Israel zu boykottieren. (Quelle: CICAD)
Nach diesem ideologischen Erguss erwarte ich zwei Dinge:
Erstens, eine Stellungsname seiner Arbeitgeber wie auch der Züricher Stadtregierung zu dieser Kriegserklärung an Israel und das zionistische Judentum. Zweitens einen freiwilligen oder unfreiwilligen Rücktritt Ledergerbers von seinem Posten, an dem er seiner Stadt immensen Schaden anrichtet.
Auf eine Entschuldigung Ledergerbers können wir, so denke ich verzichten. Seine Aussage ist kein Ausrutscher oder, wie manchmal so schön behauptet aus dem Kontext gerissen“. Wie weit sie auf jüdischen Tourismus nach Zürich Einfluss hat, wird sich zeigen und hängt auch von der Reaktion des Stadtrates und den Bürgern der Stadt ab. Eine Reaktion der Tagesmedien habe ich bisher keine gefunden, weder Berichte noch Kommentare.
Doch genug davon.
Das Outing des Elmar Ledergerber
Elmar Ledergerber, ehemaliger Stadtpräsident von Zürich und heute als Präsident von Zürich Tourismus arbeitend, politisch moderat und erfolgreich, bekannt und beliebt, hat sich geoutet. In einer Sendung des RSR (Radio Suisse Romande) vom 17. Mai 2010 war er mit einem Aufruf zu hören, der nicht nur von Israelhass troff, sondern noch einen drauf setzte, indem er in bester „Kauft nicht beim Juden!“ Manier zum wirtschaftlichen Boykott Israels aufrief. Leider versuchte ich hier erfolglos den Link einzufügen - aber wer will kann bei mir die weisen Worte als Audio in einem e-mail Attachment bekommen. Hier statt dessen der deutschsprachige Transcribe seiner Hetzerei, zu der sich jeder Kommentar erübrigt:
Israel Mitglied bei der OECD
Von Elmar Ledergerber, ehemaliger Stadtpräsident von Zürich; Jetzt Präsident von Zürich Tourismus
Israel wurde in die OECD aufgenommen, ein Entscheid, der überraschend, nein, skandalös ist.
Der Staat Israel von heute erfüllt die Prinzipien nicht, welche in der OECD Vereinbarung festgelegt sind. Israel ignoriert die Beschlüsse der UNO-Vollversammlung und des Sicherheitsrates. In vieler Hinsicht respektiert Israel das internationale Recht nicht. Es verhält sich gegenüber Palästina, der West Bank und Gaza [sic] wie eine Besatzungsmacht. In Gaza hat Israel die Genfer Konvention verletzt: Die israelische Armee hat die Zivilbevölkerung angegriffen, und sogar Einrichtungen der UNO und des Roten Kreuzes. Die Wirtschaftsblockade gegen Gaza ist verantwortlich für das Elend der Bevölkerung und für den Tod tausender Menschen. Israel widersetzt sich allen Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten: Indem es immer mehr Siedlungen in Westjordanien [sic] baut und die arabische Bevölkerung aus Ostjerusalem vertreibt, macht Israel sich schuldig an einer konfliktuellen Entwicklung [sic] und an einem Terrorismus, dessen Wurzeln in dieser kolonialistischen Haltung liegen.
Kurz gesagt: Israel erfüllt die Bedingungen einer OECD-Mitgliedschaft nicht. Es liegt also an uns, die Konsequenzen zu ziehen, und das heisst: Produkte und Waren aus Israel zu boykottieren. (Quelle: CICAD)
Nach diesem ideologischen Erguss erwarte ich zwei Dinge:
Erstens, eine Stellungsname seiner Arbeitgeber wie auch der Züricher Stadtregierung zu dieser Kriegserklärung an Israel und das zionistische Judentum. Zweitens einen freiwilligen oder unfreiwilligen Rücktritt Ledergerbers von seinem Posten, an dem er seiner Stadt immensen Schaden anrichtet.
Auf eine Entschuldigung Ledergerbers können wir, so denke ich verzichten. Seine Aussage ist kein Ausrutscher oder, wie manchmal so schön behauptet aus dem Kontext gerissen“. Wie weit sie auf jüdischen Tourismus nach Zürich Einfluss hat, wird sich zeigen und hängt auch von der Reaktion des Stadtrates und den Bürgern der Stadt ab. Eine Reaktion der Tagesmedien habe ich bisher keine gefunden, weder Berichte noch Kommentare.
Montag, 24. Mai 2010
Rückschritte und ein wirklich gutes Buch
So wie sich die in den ersten Jahrzehnten erfolgreichen zionistischen Errungenschaften Israels wie der Kibbuz, die vorbildliche und fortschrittliche Landwirtschaft (mit der Israel noch bis heute in Drittweltländern Entwicklungshilfe leistet) und das phänomenale Schulsystem bis heute entwickelt haben, so entwickelt sich heute die israelische Gesellschaft als ganzes.
Auch wenn es heute noch einige Kibbuzim gibt, denen es wirtschaftlich so blendend geht, dass sie sich die Erhaltung des traditionellen Kibbuzlebens leisten können – als ganzes gesehen, hat dieses wunderbare und wirklich sozialistische Projekt bewiesen, dass es langfristig gesehen, sogar in einer Demokratie nicht funktionieren kann. Schade.
Die israelische Landwirtschaft ist noch immer vorbildlich und fortschrittlich, ja sogar weltweit führend – doch ihr Anteil an Israels BNP ist weniger als 5%, während es um etwa 60% des totalen israelischen Wasserverbrauchs konsumiert (früher waren es sogar um die 80%).
Das israelische Schulsystem, einst Stolz der Gründerväter und der ersten Jahrzehnte dieses Staates der Juden, ist seit der Machtübernahme der israelischen „patriotischen“ Rechten in den siebziger Jahren unter die Schlechtesten der entwickelten Welt gesunken. Erzieherische Prioritäten – mehr Patriotismus statt Sprachen, Lesen und Rechnen sind Gründe dafür. Trotzdem ist es erstaunlich, dass gerade oder trotzdem die israelische Wirtschaft blüht, sich entwickelt und das Land als besonders innovativ gilt. Nur hat Israel heute den in entwickelten Ländern niedrigsten Anteil von Werktätigen unter seiner arbeitsfähigen Bevölkerung – 52% war die letzte von mir gelesene Zahl, 20 – 30% weniger als in anderen Industrieländern. Die deftig wachsende Geburtsrate der rechts-nationalistischen und vor allem der ultra-orthodoxen Bevölkerung in Israel und den besetzten Gebieten ist der Grund dafür – allen bewusst und von kaum jemandem bekämpft. Ich und andere trauern um Tommy Lapid s.A. und seinen Freunden der heute leider defunkten Shinui-Partei nach, der ersten israelischen Partei, deren Programm tatsächlich eine völlige Trennung von Staat und Religion forderte und diese, als Regierungsmitglied, auch versuchte soweit wie möglich umzusetzen. Noch nie war der zersetzende Einfluss extremistischer religiöser Kreise so stark wie heute, nicht nur wird die Staatskasse von der Ultraorthodoxie geplündert und deren gewalttätige Jugend und ihre machthungrigen Rabbiner haben den Platz der früheren palästinensischen Intifada eingenommen. Diese Kreise schaden der Demokratie des Landes, einer Regierungsform, die sie genau so wenig anerkennen, wie ihre Geistesverwandten, die Islamisten. Zwar ist zu hören, dass heute schon mehr haredische Männer sich in die Wirtschaft eingliedern wollen, es sind gelegentlich Presseartikel zum Thema zu lesen – doch einige Dutzend Arbeitswillige ändern die negative Statistik nicht. Genau so wenig wie das Battalion haredischer Soldaten, von denen, wie mir einer von ihnen verriet, viele nicht einmal Haredim seien, sondern einfach bärtig religiös – Schomrei Mizwot.
Buchempfehlung
Mein Freund Urs Emmenegger, Filmemacher in Zürich, sandte mir ein Buch, das zwar schon 2004 erschienen ist, jedoch gar nichts von seiner Aktualität verloren hat. Matt Rees: “Cain's Field”, Faith, Fratricide, and Fear in the Middle East, ist ein Buch, das auf sehr emphatische Weise mit jeweils vier Beispielen die Komplexität der Situation der Palästinensern und Israeli beschreibt. Lange nicht alle ihrer Probleme beruhen auf dem Konflikt zwischen den Beiden. Matt Rees, von dessen bisher vier Krimis ich schon drei gelesen habe, beschreibt in diesen palästinensisches Leben in der besetzten Westbank und im unbesetzten Gazastreifen in Romanform. „Cain’s Field“ beschreibt dasselbe, zusammen mit Fällen in Israel, als Sachbuch, in hervorragender journalistischer Weise, mit Sachverstand, scharfsichtig, emphatisch und menschlich. Es sind je vier Kapitel palästinensischem und israelischem Leben gewidmet. Anhand persönlicher Beispiele werden Korruption, interne Gewalt und Terror innerhalb der palästinensischen Welt wiedergeben, die den zionistischen Staat Israel nur als Mäntelchen benutzt, unter dem seit der Rückkehr Arafats und seiner „Tunesier“ in 1994 nach Gaza, seine Machtspiele und den milliardenschweren Betrug an seinem eigenen Volk betrieb. Er beschreibt detailliert die Machtspiele Arafats und seiner völlig korrumpierten Anhänger (Abu Mazen wird auch erwähnt), denen es nur um Geld und Einfluss ging, ohne Rücksicht auf die Wohlfahrt „seines“ Volkes. Er beschreibt, wie der „Widerstand gegen Israel“ der bewaffneten Gangs dazu dient, deren schwarze Geschäfte, Schmuggel und Betrügereien zu vertuschen. Rees beschreibt das Leben in einem Flüchtlingslager in Gaza und schreibt über Palästinenser, die versuchen gewaltlos eine Änderung der Situation herbeizuführen, wobei sie von Arafats Fatah, Hamas und öfters auch von israelischen Behörden und der Armee behindert wurden und wohl auch noch werden.
Unter seinen vier Beschreibungen über Israel beeindruckte mich seine Schilderung über die Benachteilung der Holocaustüberlebenden, ganz besonders jener, die als Folge ihrer Erlebnisse für Jahrzehnte in psychiatrischen Kliniken verschwanden, wo sie, statt behandelt und geheilt zu werden, medikamentös still gehalten wurden. Die eindrückliche Beschreibung engagierter Ärzte, die es fertig brachten diesen Zustand durch ihr langjähriges Engagement zu ändern berührte mich stark. Obwohl ich vieles über die arrogante ideologische Einstellung politischer Kreise jener Zeit zu den Holocaustüberlebenden weiss (sie entsprachen nicht der Vorstellung des neuen israelischen Menschen, dem theoretischen Modell eines Juden, der sich wehrt statt sich widerstandslos vergasen zu lassen, einer der kämpft und körperliche Arbeit verrichtet), war ich erschüttert über diesen Bericht. Aber auch heute noch werden diese Opfer Hitlers, obwohl heute politisch anerkannt, von den Bürokraten der Regierung betrogen und sehr oft um ihre Entschädigungen aus Deutschland gebracht.
Rees schreibt auch über das oben angesprochene Problem der Ultraorthodoxie gegenüber dem Staat – ein Thema, über das ich selbst ein Buch schreiben könnte und ich im Tagebuch schon oft genug behandelt habe.
„Cain’s Field“ ist eines der besten Bücher zum Thema Israel und die Palästinenser, eine journalistische Meisterleistung, aber leider nur in englischer Sprache erhältlich. Komisch, die Krimis von Matt Rees wurden alle ins Deutsche übersetzt und verkaufen sich sehr gut, dieses bemerkenswerte Sachbuch jedoch nicht. Schade, doch meine Empfehlung steht.
Auch wenn es heute noch einige Kibbuzim gibt, denen es wirtschaftlich so blendend geht, dass sie sich die Erhaltung des traditionellen Kibbuzlebens leisten können – als ganzes gesehen, hat dieses wunderbare und wirklich sozialistische Projekt bewiesen, dass es langfristig gesehen, sogar in einer Demokratie nicht funktionieren kann. Schade.
Die israelische Landwirtschaft ist noch immer vorbildlich und fortschrittlich, ja sogar weltweit führend – doch ihr Anteil an Israels BNP ist weniger als 5%, während es um etwa 60% des totalen israelischen Wasserverbrauchs konsumiert (früher waren es sogar um die 80%).
Das israelische Schulsystem, einst Stolz der Gründerväter und der ersten Jahrzehnte dieses Staates der Juden, ist seit der Machtübernahme der israelischen „patriotischen“ Rechten in den siebziger Jahren unter die Schlechtesten der entwickelten Welt gesunken. Erzieherische Prioritäten – mehr Patriotismus statt Sprachen, Lesen und Rechnen sind Gründe dafür. Trotzdem ist es erstaunlich, dass gerade oder trotzdem die israelische Wirtschaft blüht, sich entwickelt und das Land als besonders innovativ gilt. Nur hat Israel heute den in entwickelten Ländern niedrigsten Anteil von Werktätigen unter seiner arbeitsfähigen Bevölkerung – 52% war die letzte von mir gelesene Zahl, 20 – 30% weniger als in anderen Industrieländern. Die deftig wachsende Geburtsrate der rechts-nationalistischen und vor allem der ultra-orthodoxen Bevölkerung in Israel und den besetzten Gebieten ist der Grund dafür – allen bewusst und von kaum jemandem bekämpft. Ich und andere trauern um Tommy Lapid s.A. und seinen Freunden der heute leider defunkten Shinui-Partei nach, der ersten israelischen Partei, deren Programm tatsächlich eine völlige Trennung von Staat und Religion forderte und diese, als Regierungsmitglied, auch versuchte soweit wie möglich umzusetzen. Noch nie war der zersetzende Einfluss extremistischer religiöser Kreise so stark wie heute, nicht nur wird die Staatskasse von der Ultraorthodoxie geplündert und deren gewalttätige Jugend und ihre machthungrigen Rabbiner haben den Platz der früheren palästinensischen Intifada eingenommen. Diese Kreise schaden der Demokratie des Landes, einer Regierungsform, die sie genau so wenig anerkennen, wie ihre Geistesverwandten, die Islamisten. Zwar ist zu hören, dass heute schon mehr haredische Männer sich in die Wirtschaft eingliedern wollen, es sind gelegentlich Presseartikel zum Thema zu lesen – doch einige Dutzend Arbeitswillige ändern die negative Statistik nicht. Genau so wenig wie das Battalion haredischer Soldaten, von denen, wie mir einer von ihnen verriet, viele nicht einmal Haredim seien, sondern einfach bärtig religiös – Schomrei Mizwot.
Buchempfehlung
Mein Freund Urs Emmenegger, Filmemacher in Zürich, sandte mir ein Buch, das zwar schon 2004 erschienen ist, jedoch gar nichts von seiner Aktualität verloren hat. Matt Rees: “Cain's Field”, Faith, Fratricide, and Fear in the Middle East, ist ein Buch, das auf sehr emphatische Weise mit jeweils vier Beispielen die Komplexität der Situation der Palästinensern und Israeli beschreibt. Lange nicht alle ihrer Probleme beruhen auf dem Konflikt zwischen den Beiden. Matt Rees, von dessen bisher vier Krimis ich schon drei gelesen habe, beschreibt in diesen palästinensisches Leben in der besetzten Westbank und im unbesetzten Gazastreifen in Romanform. „Cain’s Field“ beschreibt dasselbe, zusammen mit Fällen in Israel, als Sachbuch, in hervorragender journalistischer Weise, mit Sachverstand, scharfsichtig, emphatisch und menschlich. Es sind je vier Kapitel palästinensischem und israelischem Leben gewidmet. Anhand persönlicher Beispiele werden Korruption, interne Gewalt und Terror innerhalb der palästinensischen Welt wiedergeben, die den zionistischen Staat Israel nur als Mäntelchen benutzt, unter dem seit der Rückkehr Arafats und seiner „Tunesier“ in 1994 nach Gaza, seine Machtspiele und den milliardenschweren Betrug an seinem eigenen Volk betrieb. Er beschreibt detailliert die Machtspiele Arafats und seiner völlig korrumpierten Anhänger (Abu Mazen wird auch erwähnt), denen es nur um Geld und Einfluss ging, ohne Rücksicht auf die Wohlfahrt „seines“ Volkes. Er beschreibt, wie der „Widerstand gegen Israel“ der bewaffneten Gangs dazu dient, deren schwarze Geschäfte, Schmuggel und Betrügereien zu vertuschen. Rees beschreibt das Leben in einem Flüchtlingslager in Gaza und schreibt über Palästinenser, die versuchen gewaltlos eine Änderung der Situation herbeizuführen, wobei sie von Arafats Fatah, Hamas und öfters auch von israelischen Behörden und der Armee behindert wurden und wohl auch noch werden.
Unter seinen vier Beschreibungen über Israel beeindruckte mich seine Schilderung über die Benachteilung der Holocaustüberlebenden, ganz besonders jener, die als Folge ihrer Erlebnisse für Jahrzehnte in psychiatrischen Kliniken verschwanden, wo sie, statt behandelt und geheilt zu werden, medikamentös still gehalten wurden. Die eindrückliche Beschreibung engagierter Ärzte, die es fertig brachten diesen Zustand durch ihr langjähriges Engagement zu ändern berührte mich stark. Obwohl ich vieles über die arrogante ideologische Einstellung politischer Kreise jener Zeit zu den Holocaustüberlebenden weiss (sie entsprachen nicht der Vorstellung des neuen israelischen Menschen, dem theoretischen Modell eines Juden, der sich wehrt statt sich widerstandslos vergasen zu lassen, einer der kämpft und körperliche Arbeit verrichtet), war ich erschüttert über diesen Bericht. Aber auch heute noch werden diese Opfer Hitlers, obwohl heute politisch anerkannt, von den Bürokraten der Regierung betrogen und sehr oft um ihre Entschädigungen aus Deutschland gebracht.
Rees schreibt auch über das oben angesprochene Problem der Ultraorthodoxie gegenüber dem Staat – ein Thema, über das ich selbst ein Buch schreiben könnte und ich im Tagebuch schon oft genug behandelt habe.
„Cain’s Field“ ist eines der besten Bücher zum Thema Israel und die Palästinenser, eine journalistische Meisterleistung, aber leider nur in englischer Sprache erhältlich. Komisch, die Krimis von Matt Rees wurden alle ins Deutsche übersetzt und verkaufen sich sehr gut, dieses bemerkenswerte Sachbuch jedoch nicht. Schade, doch meine Empfehlung steht.
Sonntag, 16. Mai 2010
Ultraorthodoxes Sexualverhalten und Palästinismus
Erst mal etwas ernsthaftes:Bekanntlich haben sexuelle Probleme in der charedischen Welt, diese dazu gebracht, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln diese nicht mit Menschen des anderen Geschlechts zusammenzusitzen. Damen sind, wie seinerzeit die Schwarzen in den USA, auf die hintersten Plätze des Autobusses verbannt. El Al macht mit dem hier abgebildeten Vorschlag einen willkommenen Beitrag, charedischen Nöten entgegenzukommen. Er ist nicht nur praktisch sondern auch feministisch – sonst wäre die „persönliche Mechitza“ über die Dame gestülpt. Jetzt ist es an Egged und anderen Busgesellschaften, El Al’s Erfindung einzuführen, auch wenn es Gebühren für El AL’s Patentrechte kosten sollte.
Schon wieder Fiamma Nirenstein
Im Blog „Lisas Welt“ ist vor wenigen Tagen ein Interview von Stefan Frank mit Fiamma Nirenstein abgedruckt, über die ich schon in meinem Tagebucheintrag vom 24.2.2009 geschrieben hatte. Auf das hervorragende Interview will ich nicht eingehen – ihr könnt es selbst lesen. Doch darin stiess ich erstmals auf einen neuen und einleuchtenden Ausdruck: „Palästinismus“. Dazu der Schlüsselausschnitt aus dem Interview:
Frage: Der zeitgenössische linke Antisemitismus ist also aus dem Schwarz-Weiß-Denken des Kalten Krieges heraus entstanden?
Nirenstein: Ja. Er ist tief verwurzelt im Third-Worldism, der zum Palästinismus mutiert ist. Der Palästinismus ist eines der schlimmsten Übel unserer Zeit, er korrumpiert den Verstand der Europäer. Wenn Terroristen überall auf der Welt Anschläge verüben oder die Hamas in ihrer Charta schreibt, dass sie alle Juden umbringen will – nicht nur die israelischen, dann kümmert das niemanden, weil es sich ja um Palästinenser handelt.
Im Endeffekt geht es nur darum, dass sich die palästinensische Welt alles, wirklich alles, erlauben darf – es wird von ihren Apologeten, die ich unter Anlehnung an die Bezeichnung „Palästinismus“ Palästinisten nennen werde, verstanden, verzeiht und ideologisch (und oft auch praktisch) unterstützt. Als ich vor kurzem in Zürich war, las mein Schwiegersohn Alex gerade ein Buch und lachte dauernd. Das Buch hiess „Ich darf das, ich bin Jude“ und wurde von einem Oliver Polak geschrieben. Der Palästinismus wuchs aus einer identischen „Ideologie“ heraus, nur gibt es einen grundlegenden Unterschied: Wenn ein Jude wie Oliver Polak sagt „Ich darf das, ich bin Jude“ ist das völlig in traditioneller jüdischer und ideologieloser Selbstironie, denn wir Juden bringen es fertig, über uns selbst zu lachen (Ausnahmen jüdischer Rechts- und Linksextremisten bestätigen die Regel). Der Palästinismus hingegen baut genau auf der Idee „Ich darf das, ich bin Palästinenser“ auf, er ist zur Ideologie geworden und todernst gemeint, angewendet und durchgesetzt. Es es nicht Witz oder Selbstironie. Er wird von vielen Europäern unbesehen und vor allem gedankenlos geschluckt. Auf Einzelheiten brauche ich nicht einzugehen, die kennt jeder, der sich mit der Materie befasst. Ob dieses Wort, der „Palästinismus“, zum Modewort wird?
Mittwoch, 12. Mai 2010
I am back
Geouted – TA und Hugo Stamm machen’s möglich
Eigentlich ist dieser Artikel aus einer kürzlich erschienen Tages-Anzeigerausgabe nur wenige Zeilen wert, doch die Selbstentblössung des Schweizer Israelfans Daniel Vischer und dessen NR-Kumpanen Geri Müller ist doch erwähnenswert. Sagte doch Vischer tatsächlich (siehe obigen Link): «Die deutsche Politik ist pervers», sagte er. «Deutschland ist mitschuldig an den Opfern in Palästina, denn ohne den Holocaust hätte es die Massenvertreibung im Gaza nicht gegeben.» [immerhin macht er uns Juden hier nicht für den Holocaust verantwortlich]. Wegen der Schuldgefühle dulde die deutsche Regierung die Politik Israels. Weiter griff Vischer die Medien an: «Die Berichterstattung über Israel ist absolut skandalös.» Israel nannte er einen illegalen Atomstaat. Zum Schluss nahm der Nationalrat das Megafon und sagte zu den Demonstranten: «Israel ist ein Schurkenstaat.» Dass der Welt bestbezahlte Flüchtlinge ihre künstlich warm gehaltene Not vor allem der Nazifreundschaft ihres damaligen Oberanführers und hauptsächlich dafür verantwortlichen, dem Jerusalemer Grossmufti Haj Amin Al-Husseini zu verdanken hat, der den nazistischen Judenhass vollumfänglich und von Anfang an umarmt und dem Führer zehntausende muslimische Soldaten zur Verfügung gestellt hatte – das will Vischer nicht wissen. Da es kaum zu glauben ist, dass er das nicht weiss – könnte dies vielleicht seinen Status als gerichtlich geschützten Nichtantisemiten – wie mir zugetragen worden ist - gefährden. Doch lassen wir das, 200 Worte zu diesem Thema sind 199 zu viel. Nur noch eins: welche Palästinenser wurden, wie Vischer behauptet, in einer Massenvertreibung aus Gaza vertrieben? Es fand ja das genaue Gegenteil statt – Gaza ist heute judenrein, Palästinenser gibt es dort in wachsender Menge, reichlich bezahlt von UNO und EU, verpflegt von Israel, früher betrogen und terrorisiert von Fatah und heute von den Gangstern der Hamas.
Schweizer Eindrücke
Vor kurzem war ich mit Said Abu-Shakra in der Schweiz. Die Galerie und ihre angeschlossenen Aktivitäten, wie auch das Museumsprojekt sollte bekannt gemacht werden. Saids Aufenthalt wurde abgekürzt, die Natur funkte dazwischen, isländische Vulkanasche schloss für einige Tage die Flughäfen von Genf und Zürich. Wir trafen zahlreiche Leute, schlossen neue Bekanntschaften und auch Freundschaften und nach dem erfolgreichen öffentlichen Abend in der Zürcher Helferei, vielen Gesprächen und Besuchen kehrten wir zufrieden nach Hause zurück. Die Arbeit geht weiter, nun auch auf neuen Pfaden. Wen wir auch trafen – immer war man über Saids Erfolge, seine Projekte, seine ansteckende Begeisterung und vor allem seine Menschlichkeit begeistert und beeindruckt. Er ist bereit – und tut es auch – alle zu umarmen, auch seine ärgsten Feinde. Ich fragte ihn, ob er einen Hamasterroristen oder einen anderen üblen Typen, der ihm ein Messer an die Brust setze, auch umarmen und an die Brust drücken würde. An seine Antwort kann ich mich nicht mehr erinnern.
Gutmenschen
Bei einem fröhlichen Abendessen im Zürcher Karl dem Grossen, wurde ich von meinen Freunden Reini Meier und Urs Emmenegger darauf aufmerksam gemacht, dass ich in meinen Tagebucheinträgen den Begriff „Gutmensch“ überstrapaziere. Ich soll doch, grinste Urs, dieses Wort zum Kürzel „GM®“ abändern und es so als Uris eigenes Unikat verwenden. Recht haben die zwei, was mir schon drei Stunden früher auffiel, als sich ein eben solcher Gutmensch (GM®) in der Helferei als solcher vorstellte. Ich war überrascht, keine gutmenschliche Zwischenrufe zu den Ausführungen von Said oder Reini zu hören – ich nehme an, dass er verzweifelt versuchte darin etwas Kritikwürdiges zu finden (oder zu erfinden), doch später nur die lahme Frage stellte, ob denn der Bau des von Said geplanten Museums nicht der Schritt zur Lähmung, ja zum Tod seiner persönlichem Engagement und seiner Aktivitäten, sozusagen, so verstand ich das, zu deren Einbalsamierung führen würden. Mit dieser Frage bewies dieser GM®, dass er vor lauter Suche nach negativem, überhaupt nicht mitbekam, was Said sagte, andere fragten und um was es überhaupt geht. Die tunnelartigen Gedankengänge dieser Leute sind voll und ganz auf die Bestätigung ihrer ideologischen Denkschablonen konzentriert, sodass sie aus dem Konzept zu geraten scheinen, wenn es dem nicht entspricht. Damit ist mein heutiger Beitrag zum Thema GM® abgehackt. Ich verspreche zukünftig damit sorgsam und vor allem sparsam umzugehen. Danke, Urs.
Eigentlich ist dieser Artikel aus einer kürzlich erschienen Tages-Anzeigerausgabe nur wenige Zeilen wert, doch die Selbstentblössung des Schweizer Israelfans Daniel Vischer und dessen NR-Kumpanen Geri Müller ist doch erwähnenswert. Sagte doch Vischer tatsächlich (siehe obigen Link): «Die deutsche Politik ist pervers», sagte er. «Deutschland ist mitschuldig an den Opfern in Palästina, denn ohne den Holocaust hätte es die Massenvertreibung im Gaza nicht gegeben.» [immerhin macht er uns Juden hier nicht für den Holocaust verantwortlich]. Wegen der Schuldgefühle dulde die deutsche Regierung die Politik Israels. Weiter griff Vischer die Medien an: «Die Berichterstattung über Israel ist absolut skandalös.» Israel nannte er einen illegalen Atomstaat. Zum Schluss nahm der Nationalrat das Megafon und sagte zu den Demonstranten: «Israel ist ein Schurkenstaat.» Dass der Welt bestbezahlte Flüchtlinge ihre künstlich warm gehaltene Not vor allem der Nazifreundschaft ihres damaligen Oberanführers und hauptsächlich dafür verantwortlichen, dem Jerusalemer Grossmufti Haj Amin Al-Husseini zu verdanken hat, der den nazistischen Judenhass vollumfänglich und von Anfang an umarmt und dem Führer zehntausende muslimische Soldaten zur Verfügung gestellt hatte – das will Vischer nicht wissen. Da es kaum zu glauben ist, dass er das nicht weiss – könnte dies vielleicht seinen Status als gerichtlich geschützten Nichtantisemiten – wie mir zugetragen worden ist - gefährden. Doch lassen wir das, 200 Worte zu diesem Thema sind 199 zu viel. Nur noch eins: welche Palästinenser wurden, wie Vischer behauptet, in einer Massenvertreibung aus Gaza vertrieben? Es fand ja das genaue Gegenteil statt – Gaza ist heute judenrein, Palästinenser gibt es dort in wachsender Menge, reichlich bezahlt von UNO und EU, verpflegt von Israel, früher betrogen und terrorisiert von Fatah und heute von den Gangstern der Hamas.
Schweizer Eindrücke
Vor kurzem war ich mit Said Abu-Shakra in der Schweiz. Die Galerie und ihre angeschlossenen Aktivitäten, wie auch das Museumsprojekt sollte bekannt gemacht werden. Saids Aufenthalt wurde abgekürzt, die Natur funkte dazwischen, isländische Vulkanasche schloss für einige Tage die Flughäfen von Genf und Zürich. Wir trafen zahlreiche Leute, schlossen neue Bekanntschaften und auch Freundschaften und nach dem erfolgreichen öffentlichen Abend in der Zürcher Helferei, vielen Gesprächen und Besuchen kehrten wir zufrieden nach Hause zurück. Die Arbeit geht weiter, nun auch auf neuen Pfaden. Wen wir auch trafen – immer war man über Saids Erfolge, seine Projekte, seine ansteckende Begeisterung und vor allem seine Menschlichkeit begeistert und beeindruckt. Er ist bereit – und tut es auch – alle zu umarmen, auch seine ärgsten Feinde. Ich fragte ihn, ob er einen Hamasterroristen oder einen anderen üblen Typen, der ihm ein Messer an die Brust setze, auch umarmen und an die Brust drücken würde. An seine Antwort kann ich mich nicht mehr erinnern.
Gutmenschen
Bei einem fröhlichen Abendessen im Zürcher Karl dem Grossen, wurde ich von meinen Freunden Reini Meier und Urs Emmenegger darauf aufmerksam gemacht, dass ich in meinen Tagebucheinträgen den Begriff „Gutmensch“ überstrapaziere. Ich soll doch, grinste Urs, dieses Wort zum Kürzel „GM®“ abändern und es so als Uris eigenes Unikat verwenden. Recht haben die zwei, was mir schon drei Stunden früher auffiel, als sich ein eben solcher Gutmensch (GM®) in der Helferei als solcher vorstellte. Ich war überrascht, keine gutmenschliche Zwischenrufe zu den Ausführungen von Said oder Reini zu hören – ich nehme an, dass er verzweifelt versuchte darin etwas Kritikwürdiges zu finden (oder zu erfinden), doch später nur die lahme Frage stellte, ob denn der Bau des von Said geplanten Museums nicht der Schritt zur Lähmung, ja zum Tod seiner persönlichem Engagement und seiner Aktivitäten, sozusagen, so verstand ich das, zu deren Einbalsamierung führen würden. Mit dieser Frage bewies dieser GM®, dass er vor lauter Suche nach negativem, überhaupt nicht mitbekam, was Said sagte, andere fragten und um was es überhaupt geht. Die tunnelartigen Gedankengänge dieser Leute sind voll und ganz auf die Bestätigung ihrer ideologischen Denkschablonen konzentriert, sodass sie aus dem Konzept zu geraten scheinen, wenn es dem nicht entspricht. Damit ist mein heutiger Beitrag zum Thema GM® abgehackt. Ich verspreche zukünftig damit sorgsam und vor allem sparsam umzugehen. Danke, Urs.
Freitag, 9. April 2010
Trefft Said Abu-Shakra am 23. April 2010
Einladung in die Helferei Zürich
Am Freitag, 23. April 2010 findet in der Helferei, Kirchgasse 13, 8001 Zürich um 19.00 Uhr ein öffentlicher Abend mit Said Abu-Shakra, dem Gründer und Leiter der Kunstgalerie Umm El-Fahm statt.
Reinhard Meier, Auslandredaktor der NZZ im Ruhestand, wird mit Said ein Gespräch durchführen. Dazu werden eine Präsentation über die Aktivitäten der Galerie und ein kurzer Film über die Kinderkunstschule gezeigt. Said wird gerne Fragen aus dem Publikum zum Thema seiner Arbeit und Zukunftspläne beantworten. Er wird Englisch sprechen.
Said Abu-Shakra wird von seiner Mitarbeiterin Lilli Stern und mir begleitet.
Zweck unseres Schweizeraufenthaltes ist neben der Förderung des Bekanntheitsgrades dieser rein arabischen Friedensarbeit in Israel, ein gewisses Mass an finanzieller Unterstützung der Galerie und ihrer Zukunftspläne zu gewinnen.
Wir würden uns freuen, Uris Tagebuchfreunde an diesem interessanten Abend zu begrüssen.
Euer Uri
Am Freitag, 23. April 2010 findet in der Helferei, Kirchgasse 13, 8001 Zürich um 19.00 Uhr ein öffentlicher Abend mit Said Abu-Shakra, dem Gründer und Leiter der Kunstgalerie Umm El-Fahm statt.
Reinhard Meier, Auslandredaktor der NZZ im Ruhestand, wird mit Said ein Gespräch durchführen. Dazu werden eine Präsentation über die Aktivitäten der Galerie und ein kurzer Film über die Kinderkunstschule gezeigt. Said wird gerne Fragen aus dem Publikum zum Thema seiner Arbeit und Zukunftspläne beantworten. Er wird Englisch sprechen.
Said Abu-Shakra wird von seiner Mitarbeiterin Lilli Stern und mir begleitet.
Zweck unseres Schweizeraufenthaltes ist neben der Förderung des Bekanntheitsgrades dieser rein arabischen Friedensarbeit in Israel, ein gewisses Mass an finanzieller Unterstützung der Galerie und ihrer Zukunftspläne zu gewinnen.
Wir würden uns freuen, Uris Tagebuchfreunde an diesem interessanten Abend zu begrüssen.
Euer Uri
Samstag, 3. April 2010
Bizarres
Heute fuhr ich mit Enkel Itai (17) zu „meiner“ Galerie in Umm El-Fahm. Danach traten wir in das im gleichen Gebäude liegende Restaurant und wurden, wie immer, von Inhaber und Kellner herzlich begrüsst. Wir hatten eine einfache aber feine arabische Mahlzeit. An der Wand hingen Fotos verschiedener Anlässe des Restaurants, darunter einige Bilder von Scheich Ra’ed Salah. Ich erzählte Itai über den Scheich, dass er einst der beste aller Bürgermeister der Stadt gewesen sei, bis er eines Tages Allah gefunden habe (oder der ihn), Anführer der Islamischen Bewegung Nordisraels wurde und heute nur noch Hass gegen Juden und Israel versprüht und gewalttätige Demonstrationen in Jerusalem veranstaltet. Wie er in den vergangenen Wochen und Monaten die israelischen Araber belog und ihnen erzählte, die israelische Regierung wolle den Tempelberg mit der Al-Aksa und der Omar Moschee zerstören, um den alten Tempel wieder aufbauen zu können. Dann redeten wir über anderes, vielleicht über's Essen.
Am Tisch hinter uns ass gerade eine fünfköpfige Familie, an einem anderen Tisch sassen zwei Frauen mit einem Mann. Eine der zwei Frauen, sie trug einen schwarzen Hijab und darüber eine wie ein Turban gewickelte schwarz-weisse Kaffiya, jene, die Onkel Arafat weltweit populär gemacht hat. Die junge Frau trug eine Brille mit einem dicken schwarzen Gestell und eckigen Gläsern. Das erste Mal hatte ich sie an einem Konzert im Kunstmuseum Tel Aviv getroffen. Heute traf ich sie wieder und mein Ärger darüber, hat sich auch jetzt noch, einige Stunden später, nicht gelegt. Sie kam mir bekannt vor, ich war mir aber nicht sicher und blickte sie wiederholt an, was sie offenbar merkte.
Nach dem Essen trat ich zu ihr hin und fragte: „Bist Du nicht Tali?“. Sie bestätigte, sie sei Tali Fahima und übrigens habe sie gelauscht und gehört, was ich meinem Enkel gesagt habe und das stimme überhaupt nicht. Man müsse nur dem Scheich Salah seine Reden genau gehört haben. Ich gab zu, die Reden des Scheichs nur gelesen zu haben, aber sie gab sich damit nicht zufrieden und redete weiter über die israelischen Archäologen, die mit ihrer Arbeit den Tempelberg und vor allem die zwei Moscheen al-Aksa und Omar zerstören wollen. Und dann sei ich zu ihr gekommen und habe sie an der Hand geschüttelt! Von mir auf ihre offensichtliche Verehrung und Liebe für den Scheich angesprochen, bestätigte sie mir, sie sei heute Mitglied der Muslimischen Bewegung. Sie ist zum Islam übergetreten, zum reaktionären Islam der islamistischen Muslimbrüder (den heute in Palästina die Hamas vertritt) – obwohl ich überzeugt bin, dass wenn Islamisten in Israel eines Tages die Macht an sich gebracht haben sollten, sie alle Juden, auch mit ihnen heute sympathisierende, umbringen würden, ob sie No
rman Finkelstein, Ilan Pappe, Phillipe Levy oder Gideon Levy heissen – um einige grosse jüdische israelkritische Geister zu nennen – denn dann würden diese nützlichen Idioten nicht mehr gebraucht. Aber mit dem Tatbeweis des Übertrittes zum Islam, sei wohl die Überlebenschance gestiegen. Ob das der Grund ihres Übertrittes zum frauenfeindlichen Islam der islamischen Bewegung ist? Ich denke nicht, denn dazu ist sie viel zu verbissen und humorlos. Ich antwortete ihr, ich arbeite seit Jahren für die Galerie von Said Abu-Shakra, mit dem Ziel Verständigung, gegenseitiges Verstehen, Zusammenleben ohne Hass und gemeinsame Existenz zu erreichen. Religionen interessieren mich herzlich wenig und dann meist nur in ablehnendem Sinn, ganz besonders und vor allem, weil sie gerade heute für diesen und andere Konflikte die tragende Rolle spielten. Zudem hätte ich weder Lust noch Zeit mit ihr darüber zu diskutieren. Mein Enkel warte. Worauf ich ihr davonlief.
Es wird von Gefängniswärtern bezeugt, dass, als Tali Fahima ihre Zuchthausstrafe antrat, sie geschrien habe: „Itbach al-Yahud!“, in Deutsch „schlachtet die Juden!“. Bekannt wurde sie durch ihre Freundschaft mit Zakharia Sbeidi, einem „Terroristenführer“ in Jenin, der viel in die Luft schoss, doch im Allgemeinen kaum je jemandem weh tat. Sie wohnte bei seiner Familie, um ihm als persönliches Schutzschild zu dienen. Als Sbeidi jedoch mit Israel ein Abkommen über seine Straffreiheit einging, nannte ihn seine Freundin „die Hure des Shin Beth“ (Shin Beth ist der israelische Abwehrdienst, auch Shabak genannt). Die bewährte Wahrheit, dass Konvertiten noch fanatischer sind, als ihre Vorbilder, hat sich wieder einmal bestätigt.

Hier statt religiöser Verbohrtheit als Ablenkung eine Rätselfrage. Was symbolisiert der alleinstehende Baum und was oder wen symbolisieren die diszipliniert anstehenden Hunde? Könnte der schöne starke Baum Israel sein und die Hunde seine ihn anpinkelnden Nachbarn und Kritiker?
Am Tisch hinter uns ass gerade eine fünfköpfige Familie, an einem anderen Tisch sassen zwei Frauen mit einem Mann. Eine der zwei Frauen, sie trug einen schwarzen Hijab und darüber eine wie ein Turban gewickelte schwarz-weisse Kaffiya, jene, die Onkel Arafat weltweit populär gemacht hat. Die junge Frau trug eine Brille mit einem dicken schwarzen Gestell und eckigen Gläsern. Das erste Mal hatte ich sie an einem Konzert im Kunstmuseum Tel Aviv getroffen. Heute traf ich sie wieder und mein Ärger darüber, hat sich auch jetzt noch, einige Stunden später, nicht gelegt. Sie kam mir bekannt vor, ich war mir aber nicht sicher und blickte sie wiederholt an, was sie offenbar merkte.
Nach dem Essen trat ich zu ihr hin und fragte: „Bist Du nicht Tali?“. Sie bestätigte, sie sei Tali Fahima und übrigens habe sie gelauscht und gehört, was ich meinem Enkel gesagt habe und das stimme überhaupt nicht. Man müsse nur dem Scheich Salah seine Reden genau gehört haben. Ich gab zu, die Reden des Scheichs nur gelesen zu haben, aber sie gab sich damit nicht zufrieden und redete weiter über die israelischen Archäologen, die mit ihrer Arbeit den Tempelberg und vor allem die zwei Moscheen al-Aksa und Omar zerstören wollen. Und dann sei ich zu ihr gekommen und habe sie an der Hand geschüttelt! Von mir auf ihre offensichtliche Verehrung und Liebe für den Scheich angesprochen, bestätigte sie mir, sie sei heute Mitglied der Muslimischen Bewegung. Sie ist zum Islam übergetreten, zum reaktionären Islam der islamistischen Muslimbrüder (den heute in Palästina die Hamas vertritt) – obwohl ich überzeugt bin, dass wenn Islamisten in Israel eines Tages die Macht an sich gebracht haben sollten, sie alle Juden, auch mit ihnen heute sympathisierende, umbringen würden, ob sie No
rman Finkelstein, Ilan Pappe, Phillipe Levy oder Gideon Levy heissen – um einige grosse jüdische israelkritische Geister zu nennen – denn dann würden diese nützlichen Idioten nicht mehr gebraucht. Aber mit dem Tatbeweis des Übertrittes zum Islam, sei wohl die Überlebenschance gestiegen. Ob das der Grund ihres Übertrittes zum frauenfeindlichen Islam der islamischen Bewegung ist? Ich denke nicht, denn dazu ist sie viel zu verbissen und humorlos. Ich antwortete ihr, ich arbeite seit Jahren für die Galerie von Said Abu-Shakra, mit dem Ziel Verständigung, gegenseitiges Verstehen, Zusammenleben ohne Hass und gemeinsame Existenz zu erreichen. Religionen interessieren mich herzlich wenig und dann meist nur in ablehnendem Sinn, ganz besonders und vor allem, weil sie gerade heute für diesen und andere Konflikte die tragende Rolle spielten. Zudem hätte ich weder Lust noch Zeit mit ihr darüber zu diskutieren. Mein Enkel warte. Worauf ich ihr davonlief.Es wird von Gefängniswärtern bezeugt, dass, als Tali Fahima ihre Zuchthausstrafe antrat, sie geschrien habe: „Itbach al-Yahud!“, in Deutsch „schlachtet die Juden!“. Bekannt wurde sie durch ihre Freundschaft mit Zakharia Sbeidi, einem „Terroristenführer“ in Jenin, der viel in die Luft schoss, doch im Allgemeinen kaum je jemandem weh tat. Sie wohnte bei seiner Familie, um ihm als persönliches Schutzschild zu dienen. Als Sbeidi jedoch mit Israel ein Abkommen über seine Straffreiheit einging, nannte ihn seine Freundin „die Hure des Shin Beth“ (Shin Beth ist der israelische Abwehrdienst, auch Shabak genannt). Die bewährte Wahrheit, dass Konvertiten noch fanatischer sind, als ihre Vorbilder, hat sich wieder einmal bestätigt.

Hier statt religiöser Verbohrtheit als Ablenkung eine Rätselfrage. Was symbolisiert der alleinstehende Baum und was oder wen symbolisieren die diszipliniert anstehenden Hunde? Könnte der schöne starke Baum Israel sein und die Hunde seine ihn anpinkelnden Nachbarn und Kritiker?
Dienstag, 30. März 2010
Der Judenhass der Schamlosen
Für den Preis von 19’310 SFr. – zuzügl. MWS, wurde in der NZZ vom 27.3.2010 auf Seite 10 ein als politischer Aufruf getarntes Hetzinserat Schweizerischer Judenhasser veröffentlicht, das gegen die Aufnahme Israels in die OECD aufruft. Leider kann ich den Aufruf nicht als Link zeigen. Deshalb seien daraus einige Behauptungen zitiert und kommentiert. Nichts ist leichter, als die darin geschriebenen Lügen, Verdrehungen und Unterlassungen richtig zu stellen. Es ist nicht anzunehmen, dass dieser Aufruf im Zusammenhang des jüdischen Befreiungsfestes Pessach erscheint, denn über nichts wissen Judenhasser weniger, als über jüdische Geschichte, Kultur und Wesensart. In deren Köpfen herrschen Vorurteil und Verleumdung – oft wider besserem wissen.
Behauptung: (1) Die OECD bemängelt in ihrem Bericht zum Arbeitsmarkt und zur Sozialpolitik Israels von 2010 zwar die starke soziale Polarisierung im Innern des jüdischen Staates sowie die Tatsache, dass von den 20% israelischen Bürger und Bürgerinnen, die als arm gelten, 50% arabischer Abstammung sind. Der Bericht verschweigt jedoch, dass Israel nach wie vor Religion und Staat nicht klar trennt, so dass Juden einen wesentlich besseren Rechtsstatus haben und in den Genuss besonderer Fördermassnahmen kommen. Diese Diskriminierung ist menschenrechtswidrig gegenüber nicht-jüdischen Personen, die das israelische Bürgerrecht
haben. Der Bericht klammert auch aus, dass Israel seit mehr als 40 Jahren eine völkerrechtswidrige Besatzungsmacht ist.
Die Wirklichkeit:
1. Die Autoren unterschlagen völlig, dass Israel nur aus einem Grund in der Westbank sitzt: Es wurde 1967 (in diesem Fall von Jordanien) angegriffen, brachte den Krieg ins Land des Angreifers (ich war selbst dabei) und siegte. Zwar bin ich völlig einverstanden, dass wir die Westbank den Palästinensern überlassen (nicht zurückgeben – denn zurückgeben müsste man sie an Jordanien, seinen vorherigen Besetzer). Die wollen sie aber nicht und wissen sehr gut warum. Zwar hat Israel zur Zeit eine rechtslastige Regierung, über deren Aussenpolitik man lachen sollte, aber nicht kann, doch wie der Abzug aus Gaza bewiesen hat, brachte dieser Abzug Israel nur Raketen, Tote und Verwundete. Das Geschwätz der Petitionäre über „völkerwidrige Besatzung“ ist ideologischer Natur, die gar nichts mit der Realität zu tun hat.
2. Erstens sind es leider mehr als 20% israelischer Bürger, die unter der Armutsgrenze leben. Die allergrösste Teil davon sind die ultraorthodoxen Haredim und nicht die israelischen Araber. Die fortschreitende Verbesserung ihres Lebensstandards hat nicht nur mit den Sozialleistungen Israels an alle seine Bürger zu tun, sondern auch mit vermehrtem beruflichem Aufstieg vieler von ihnen. Noch immer bleibt viel zu tun, Berufe – vor allem technische – sind ihnen theoretisch zwar nicht verwehrt, jedoch ist es für sie schwierig technische Jobs zu finden.
3. Der verminderte Rechtsstatus unserer Araber ist eine Mär und ist, wenn man wirklich sucht, damit verbunden, dass Ihnen gewisse Leistungen vorenthalten werden, die nur Bürger nach geleistetem Militärdienst oder Zivildienst erhalten. Juden, Drusen, Beduinen, Christen und auch muslimische Araber die dienen, erhalten nach Abschluss ihr Dienstzeit Stipendien, Hypotheken und Steuernachlässe, weil sie ihre Bürgerpflichten und nicht nur Bürgerrechte wahrgenommen haben. Alle Israelis, Juden und andere, gehen leer aus, wenn sie sich diesen Bürgerpflichten verweigern. Israels Araber haben es in der Hand, z.B. in ihrer eigenen Gesellschaft einen Zivildienst zu absolvieren. Dass die meisten das nicht wollen hat mit arabischer Kultur zu tun, in der Zivilgesellschaftliches keine Tradition hat. Zudem werden Sie von fanatischen religiösen Führern (z.B. Scheich Raed Salah) und Politikern auf Ablehnung und Judenhass getrimmt. Die von den Initiatoren gemachten Behauptungen sind nicht nur falsch, sondern auch bewusst bösartig. Ich bin überzeugt, dass viele der Unterzeichner über die Materie bestenfalls tendenziöses Wissen aus unprofessioneller Medienarbeit besitzen.
Behauptung: (2) Die Konvention verpflichtet ihre Mitglieder, den freien Handel zu stärken und Hemmnisse abzubauen. Die Wirtschaft in den von Israel besetzten Gebieten dagegen ist in keiner Weise frei: Israel blockiert die Grenzen und behindert die freie Zirkulation von Personen und Gütern. Die Mauer und die unzähligen Hindernisse, die Israel innerhalb des besetzten Territoriums errichtet hat, erdrosseln die palästinensische Wirtschaft. Israel kontrolliert die Wirtschaft der Palästinenser faktisch total - fiskalisch und monetär, zu Wasser, zu Luft und zu Land, begrenzt deren Importe und Exporte und stoppt diese nach Belieben.
Die Wirklichkeit: Die Westbank ist als Resultat eines von den Arabern verschuldeten Krieges in 1967 besetztes Gebiet. Sie ist kein Teil Israels, obwohl es Teile jüdisch-israelischer Bürger gerne so sähen und viel tun, dass es so wird. Unabhängig davon, war die Westbank eine riesige Quelle des blutigen Terrorismus, der weit über Tausend israelische (das sind Juden und Araber) Tote und Tausende Verletzte (viele von ihnen lebenslang invalid) kostete. Durch die blockierte Grenze, den Sicherheitszaun, Strassenkontrollen und den israelischen Sicherheitsdienst wurde dieser Terrorismus der Selbstmordbomber inzwischen weitgehend unterbunden. Heute hat Israel den grössten Teil der Strassensperren aufgehoben. Das hat dazu geführt, dass das wächst. Solange jedoch Judenhass weiterhin in palästinensischen Schulen ein Pflichtfach ist und solange die arabische Kultur nicht lernt Eigenverantwortung zu übernehmen, solange wird das Sicherheitsbedürfnis Israels Vorrang haben.
Die Behauptung: (3) Die OECD wurzelt in der Überzeugung, dass eine umfassende Zusammenarbeit zur Förderung friedlicher und harmonischer Beziehungen zwischen den Völkern der Welt beiträgt. Sie verpflichtet ihre Mitgliedstaaten darauf, diese Ziele unter Beachtung der Vereinbarungen zu verfolgen, die sie als Teilnehmer anderer internationaler Organisationen und Einrichtungen haben.
Israel kommt solchen Zielen und internationalen Verpflichtungen jedoch in keiner Weise nach:
• Israel ignoriert seit mehr als 60 Jahren zahlreiche Resolutionen der Uno-Generalversammlung und des Sicherheitsrates: Es verwehrt den Vertriebenen und Flüchtlingen das Rückkehrrecht und zieht sich nicht hinter die international anerkannten Grenzen von 1967 zurück.
• Israel verstösst seit mehr als 40 Jahren gegen das Völkerrecht: Es eignet sich als Besatzungsmacht palästinensisches Land an, auch in Ost-Jerusalem.
• Israel hat im Gazastreifen die Genfer Konventionen verletzt: Diese verlangen, dass die Zivilbevölkerung im Krieg geschützt wird. Was die Bevölkerung von Gaza an Zerstörung zu erleiden hatte und aufgrund der israelischen Wirtschaftsblockade bis heute aushalten muss, ist eine humanitäre Katastrophe.
• Die Kontrollen und Demütigungen, die der palästinensische Bevölkerung täglich zugemutet werden, zeugen von der zutiefst menschenrechtswidrigen Politik Israels.
Die Wirklichkeit:
• Die wirkliche und alles folgende auslösende Ignorierung einer UNO-Resolution war der arabische Angriff auf Israel, als Reaktion auf UNO-Resolution 181, der die Teilung in einen arabischen und einen jüdischen Staat beschlossen hatte. Weiter ist die „international anerkannte Grenze von 1967“ (die Grüne Linie) nur eine Waffenstillstandslinie, also temporär, also keine eigentliche offizielle Grenze. Diese würde erst durch einen Friedensschluss mit den Palästinensern und der arabischen Welt bestimmt. Es wäre zu wünschen das dann die Grüne Linie zur wirklichen Grenze würde.
• Wer mich kennt, weiss, dass ich mit der Besetzung grundsätzlich nicht einverstanden bin, aber aus Erfahrung gelernt habe, dass wir zurzeit nicht abziehen können. Gaza hat uns das gelehrt. Eine Teilung Jerusalem, so wie es die Palästinenser wollen, wird auch von vielen Anhängern des Friedenslagers abgelehnt. Ich sehe nicht ein, warum Jerusalem nicht die Hauptstadt zweier Staaten – Israel und Palästina – sein könnte, ohne Mauer und Stacheldrahtzäune, mit zwei Parlamenten und zwei von all dem, das ein selbständiger Staat zu besitzen glaubt, sogar zweierlei Briefmarken. Die „Alles oder Nichts“ Politik der Palästinenser (und leider auch der politisch Rechten in Israel) und der heute steigenden islamistische Fanatismus verhindert das. Israel will nicht, dass, wie vor 1967, die Steine jüdischer Friedhöfe zum Bau von Pissoirs verwendet werden, dass jüdische Heiligtümer zerstört und jüdischer Zugang zu diesen verhindert wird.
• Ich denke nicht, dass die Genfer Konvention es einem Land verbietet sich zu verteidigen. Die Lüge, der Mythos über die humane Katastrophe der Palästinenser wird von Gutmenschen grundsätzlich nie kritisch betrachtet. Denn dann würden sie sich sofort auf die wirklichen Katastrophen konzentrieren – sollte man meinen. Dass dem nicht so ist, beweist den diese „Israelkritik“ durchdringenden Antisemitismus. Und was Gaza angeht kann ich nur wieder einmal wiederholen, dass es bestimmt keinen Paragraphen der Genfer Konvention gibt, der anordnet, dass Tausende von Raketen auf Israel geschossen werden müssen. Das grosse Klagen, als Israel endlich die Geduld ausging und es sich wehrte, beweist nur zwei Dinge: erstens, die Unfähigkeit der Palästinenser (wie schon oben geschrieben) Eigenverantwortung zu übernehmen und die Verlogenheit westlicher Gutmenschen, die die diese Lügen glauben wollen. Man lese dazu Tilman Tarach’s „Der ewige Sündenbock“, eine sehr empfehlenswerte Lektüre.
• Die Kontrollen und Demütigungen, die der palästinensische Bevölkerung täglich zugemutet werden, zeugen nicht von der zutiefst menschenrechtswidrigen Politik Israels, sondern von seinem Willen sich zu verteidigen. Zudem sind diese Kontrollen und Demütigungen, die es in Gaza nicht mehr gibt, inzwischen (wie oben beschrieben) zu einem sehr grossen Teil aufgehoben worden.
Der zutiefst unjüdische politische Rechtsrutsch im Israel der letzten Jahrzehnte ist für das Land eine Katastrophe. Das obwohl seine Wirtschaft blüht. Er ist, so sehe ich es, vor allem eine Folge der grundsätzlichen Weigerung die palästinensischen und Teilen der arabischen Welt, das Recht der Juden auf eine Heimat anzuerkennen. Es kann sein, dass die drei Neins von Khartum von 1967 in der arabischen Politik nicht mehr so stark gelten wie dazumal, aber der jihadistische Überhang dieser Ablehnung ist gewachsen. Solange dieser besteht, wird auch eine allfällige moderate israelische Regierung nur palästinensische Friedensverweigerungen ernten können. Friedensverhandlungen sind zum Selbstzweck geworden, ein Resultat ist nicht erwünscht. Das haben wir aus der Geschichte der letzten 20 Jahre gelernt, denken wir an Camp David, Bill Clinton, Ehud Barak, Taba, Ehud Olmert und andere Persönlichkeiten und Orte, mit und an denen diese grundsätzliche Friedensverweigerung zu lernen war. Jedes Mal, wenn Palästina die Gelegenheit hatte, den, von ihnen seit es ein Volk der Palästinenser gibt – kaum vierzig Jahre – geforderten eigenen Staat zu bekommen, wurde diese Gelegenheit abgelehnt. Viele Israelis, gar nicht nur politisch Rechts stehende, sind inzwischen überzeugt, dass Palästinenser grundsätzlich keinen Staat wollen, wie er von der UNO-Resolution 181 festgelegt wurde. Sie wollen Alles oder Nichts, das Alles die Zerstörung Israels und eine weitere arabische fundamentalistische Diktatur im Nahen Osten auf dessen Ruinen. Ich bin denke, dass ohne die heute religiös-jihadistische Durchdrungenheit palästinensischer Politik, die vor allem Palästinenser selbst terrorisiert und weit mehr Opfer fordert als der Konflikt mit Israel, Vernunft eingezogen wäre. Doch gegen religiösen Wahn kämpfen selbst Götter vergebens, um einen etwas schiefen Bonmot zu benutzen.
Behauptung: (1) Die OECD bemängelt in ihrem Bericht zum Arbeitsmarkt und zur Sozialpolitik Israels von 2010 zwar die starke soziale Polarisierung im Innern des jüdischen Staates sowie die Tatsache, dass von den 20% israelischen Bürger und Bürgerinnen, die als arm gelten, 50% arabischer Abstammung sind. Der Bericht verschweigt jedoch, dass Israel nach wie vor Religion und Staat nicht klar trennt, so dass Juden einen wesentlich besseren Rechtsstatus haben und in den Genuss besonderer Fördermassnahmen kommen. Diese Diskriminierung ist menschenrechtswidrig gegenüber nicht-jüdischen Personen, die das israelische Bürgerrecht
haben. Der Bericht klammert auch aus, dass Israel seit mehr als 40 Jahren eine völkerrechtswidrige Besatzungsmacht ist.
Die Wirklichkeit:
1. Die Autoren unterschlagen völlig, dass Israel nur aus einem Grund in der Westbank sitzt: Es wurde 1967 (in diesem Fall von Jordanien) angegriffen, brachte den Krieg ins Land des Angreifers (ich war selbst dabei) und siegte. Zwar bin ich völlig einverstanden, dass wir die Westbank den Palästinensern überlassen (nicht zurückgeben – denn zurückgeben müsste man sie an Jordanien, seinen vorherigen Besetzer). Die wollen sie aber nicht und wissen sehr gut warum. Zwar hat Israel zur Zeit eine rechtslastige Regierung, über deren Aussenpolitik man lachen sollte, aber nicht kann, doch wie der Abzug aus Gaza bewiesen hat, brachte dieser Abzug Israel nur Raketen, Tote und Verwundete. Das Geschwätz der Petitionäre über „völkerwidrige Besatzung“ ist ideologischer Natur, die gar nichts mit der Realität zu tun hat.
2. Erstens sind es leider mehr als 20% israelischer Bürger, die unter der Armutsgrenze leben. Die allergrösste Teil davon sind die ultraorthodoxen Haredim und nicht die israelischen Araber. Die fortschreitende Verbesserung ihres Lebensstandards hat nicht nur mit den Sozialleistungen Israels an alle seine Bürger zu tun, sondern auch mit vermehrtem beruflichem Aufstieg vieler von ihnen. Noch immer bleibt viel zu tun, Berufe – vor allem technische – sind ihnen theoretisch zwar nicht verwehrt, jedoch ist es für sie schwierig technische Jobs zu finden.
3. Der verminderte Rechtsstatus unserer Araber ist eine Mär und ist, wenn man wirklich sucht, damit verbunden, dass Ihnen gewisse Leistungen vorenthalten werden, die nur Bürger nach geleistetem Militärdienst oder Zivildienst erhalten. Juden, Drusen, Beduinen, Christen und auch muslimische Araber die dienen, erhalten nach Abschluss ihr Dienstzeit Stipendien, Hypotheken und Steuernachlässe, weil sie ihre Bürgerpflichten und nicht nur Bürgerrechte wahrgenommen haben. Alle Israelis, Juden und andere, gehen leer aus, wenn sie sich diesen Bürgerpflichten verweigern. Israels Araber haben es in der Hand, z.B. in ihrer eigenen Gesellschaft einen Zivildienst zu absolvieren. Dass die meisten das nicht wollen hat mit arabischer Kultur zu tun, in der Zivilgesellschaftliches keine Tradition hat. Zudem werden Sie von fanatischen religiösen Führern (z.B. Scheich Raed Salah) und Politikern auf Ablehnung und Judenhass getrimmt. Die von den Initiatoren gemachten Behauptungen sind nicht nur falsch, sondern auch bewusst bösartig. Ich bin überzeugt, dass viele der Unterzeichner über die Materie bestenfalls tendenziöses Wissen aus unprofessioneller Medienarbeit besitzen.
Behauptung: (2) Die Konvention verpflichtet ihre Mitglieder, den freien Handel zu stärken und Hemmnisse abzubauen. Die Wirtschaft in den von Israel besetzten Gebieten dagegen ist in keiner Weise frei: Israel blockiert die Grenzen und behindert die freie Zirkulation von Personen und Gütern. Die Mauer und die unzähligen Hindernisse, die Israel innerhalb des besetzten Territoriums errichtet hat, erdrosseln die palästinensische Wirtschaft. Israel kontrolliert die Wirtschaft der Palästinenser faktisch total - fiskalisch und monetär, zu Wasser, zu Luft und zu Land, begrenzt deren Importe und Exporte und stoppt diese nach Belieben.
Die Wirklichkeit: Die Westbank ist als Resultat eines von den Arabern verschuldeten Krieges in 1967 besetztes Gebiet. Sie ist kein Teil Israels, obwohl es Teile jüdisch-israelischer Bürger gerne so sähen und viel tun, dass es so wird. Unabhängig davon, war die Westbank eine riesige Quelle des blutigen Terrorismus, der weit über Tausend israelische (das sind Juden und Araber) Tote und Tausende Verletzte (viele von ihnen lebenslang invalid) kostete. Durch die blockierte Grenze, den Sicherheitszaun, Strassenkontrollen und den israelischen Sicherheitsdienst wurde dieser Terrorismus der Selbstmordbomber inzwischen weitgehend unterbunden. Heute hat Israel den grössten Teil der Strassensperren aufgehoben. Das hat dazu geführt, dass das wächst. Solange jedoch Judenhass weiterhin in palästinensischen Schulen ein Pflichtfach ist und solange die arabische Kultur nicht lernt Eigenverantwortung zu übernehmen, solange wird das Sicherheitsbedürfnis Israels Vorrang haben.
Die Behauptung: (3) Die OECD wurzelt in der Überzeugung, dass eine umfassende Zusammenarbeit zur Förderung friedlicher und harmonischer Beziehungen zwischen den Völkern der Welt beiträgt. Sie verpflichtet ihre Mitgliedstaaten darauf, diese Ziele unter Beachtung der Vereinbarungen zu verfolgen, die sie als Teilnehmer anderer internationaler Organisationen und Einrichtungen haben.
Israel kommt solchen Zielen und internationalen Verpflichtungen jedoch in keiner Weise nach:
• Israel ignoriert seit mehr als 60 Jahren zahlreiche Resolutionen der Uno-Generalversammlung und des Sicherheitsrates: Es verwehrt den Vertriebenen und Flüchtlingen das Rückkehrrecht und zieht sich nicht hinter die international anerkannten Grenzen von 1967 zurück.
• Israel verstösst seit mehr als 40 Jahren gegen das Völkerrecht: Es eignet sich als Besatzungsmacht palästinensisches Land an, auch in Ost-Jerusalem.
• Israel hat im Gazastreifen die Genfer Konventionen verletzt: Diese verlangen, dass die Zivilbevölkerung im Krieg geschützt wird. Was die Bevölkerung von Gaza an Zerstörung zu erleiden hatte und aufgrund der israelischen Wirtschaftsblockade bis heute aushalten muss, ist eine humanitäre Katastrophe.
• Die Kontrollen und Demütigungen, die der palästinensische Bevölkerung täglich zugemutet werden, zeugen von der zutiefst menschenrechtswidrigen Politik Israels.
Die Wirklichkeit:
• Die wirkliche und alles folgende auslösende Ignorierung einer UNO-Resolution war der arabische Angriff auf Israel, als Reaktion auf UNO-Resolution 181, der die Teilung in einen arabischen und einen jüdischen Staat beschlossen hatte. Weiter ist die „international anerkannte Grenze von 1967“ (die Grüne Linie) nur eine Waffenstillstandslinie, also temporär, also keine eigentliche offizielle Grenze. Diese würde erst durch einen Friedensschluss mit den Palästinensern und der arabischen Welt bestimmt. Es wäre zu wünschen das dann die Grüne Linie zur wirklichen Grenze würde.
• Wer mich kennt, weiss, dass ich mit der Besetzung grundsätzlich nicht einverstanden bin, aber aus Erfahrung gelernt habe, dass wir zurzeit nicht abziehen können. Gaza hat uns das gelehrt. Eine Teilung Jerusalem, so wie es die Palästinenser wollen, wird auch von vielen Anhängern des Friedenslagers abgelehnt. Ich sehe nicht ein, warum Jerusalem nicht die Hauptstadt zweier Staaten – Israel und Palästina – sein könnte, ohne Mauer und Stacheldrahtzäune, mit zwei Parlamenten und zwei von all dem, das ein selbständiger Staat zu besitzen glaubt, sogar zweierlei Briefmarken. Die „Alles oder Nichts“ Politik der Palästinenser (und leider auch der politisch Rechten in Israel) und der heute steigenden islamistische Fanatismus verhindert das. Israel will nicht, dass, wie vor 1967, die Steine jüdischer Friedhöfe zum Bau von Pissoirs verwendet werden, dass jüdische Heiligtümer zerstört und jüdischer Zugang zu diesen verhindert wird.
• Ich denke nicht, dass die Genfer Konvention es einem Land verbietet sich zu verteidigen. Die Lüge, der Mythos über die humane Katastrophe der Palästinenser wird von Gutmenschen grundsätzlich nie kritisch betrachtet. Denn dann würden sie sich sofort auf die wirklichen Katastrophen konzentrieren – sollte man meinen. Dass dem nicht so ist, beweist den diese „Israelkritik“ durchdringenden Antisemitismus. Und was Gaza angeht kann ich nur wieder einmal wiederholen, dass es bestimmt keinen Paragraphen der Genfer Konvention gibt, der anordnet, dass Tausende von Raketen auf Israel geschossen werden müssen. Das grosse Klagen, als Israel endlich die Geduld ausging und es sich wehrte, beweist nur zwei Dinge: erstens, die Unfähigkeit der Palästinenser (wie schon oben geschrieben) Eigenverantwortung zu übernehmen und die Verlogenheit westlicher Gutmenschen, die die diese Lügen glauben wollen. Man lese dazu Tilman Tarach’s „Der ewige Sündenbock“, eine sehr empfehlenswerte Lektüre.
• Die Kontrollen und Demütigungen, die der palästinensische Bevölkerung täglich zugemutet werden, zeugen nicht von der zutiefst menschenrechtswidrigen Politik Israels, sondern von seinem Willen sich zu verteidigen. Zudem sind diese Kontrollen und Demütigungen, die es in Gaza nicht mehr gibt, inzwischen (wie oben beschrieben) zu einem sehr grossen Teil aufgehoben worden.
Der zutiefst unjüdische politische Rechtsrutsch im Israel der letzten Jahrzehnte ist für das Land eine Katastrophe. Das obwohl seine Wirtschaft blüht. Er ist, so sehe ich es, vor allem eine Folge der grundsätzlichen Weigerung die palästinensischen und Teilen der arabischen Welt, das Recht der Juden auf eine Heimat anzuerkennen. Es kann sein, dass die drei Neins von Khartum von 1967 in der arabischen Politik nicht mehr so stark gelten wie dazumal, aber der jihadistische Überhang dieser Ablehnung ist gewachsen. Solange dieser besteht, wird auch eine allfällige moderate israelische Regierung nur palästinensische Friedensverweigerungen ernten können. Friedensverhandlungen sind zum Selbstzweck geworden, ein Resultat ist nicht erwünscht. Das haben wir aus der Geschichte der letzten 20 Jahre gelernt, denken wir an Camp David, Bill Clinton, Ehud Barak, Taba, Ehud Olmert und andere Persönlichkeiten und Orte, mit und an denen diese grundsätzliche Friedensverweigerung zu lernen war. Jedes Mal, wenn Palästina die Gelegenheit hatte, den, von ihnen seit es ein Volk der Palästinenser gibt – kaum vierzig Jahre – geforderten eigenen Staat zu bekommen, wurde diese Gelegenheit abgelehnt. Viele Israelis, gar nicht nur politisch Rechts stehende, sind inzwischen überzeugt, dass Palästinenser grundsätzlich keinen Staat wollen, wie er von der UNO-Resolution 181 festgelegt wurde. Sie wollen Alles oder Nichts, das Alles die Zerstörung Israels und eine weitere arabische fundamentalistische Diktatur im Nahen Osten auf dessen Ruinen. Ich bin denke, dass ohne die heute religiös-jihadistische Durchdrungenheit palästinensischer Politik, die vor allem Palästinenser selbst terrorisiert und weit mehr Opfer fordert als der Konflikt mit Israel, Vernunft eingezogen wäre. Doch gegen religiösen Wahn kämpfen selbst Götter vergebens, um einen etwas schiefen Bonmot zu benutzen.
Donnerstag, 25. März 2010
Gastartikel von Roger Guth
Gelegentlich schreibt in meinem Tagebuch einer meiner Freunde als Gast. Gastartikel wiedergeben ausschliesslich die Meinung des Autors und nicht die meine. Die hier publizierten Worte stammen vom ehemaligen Basler Roger Guth, der heute in Kfar Saba wohnt. Roger ist ein Zionist der ersten, oder sagen wir, der zweiten Stunde. Er kannte noch Chaim Weitzman und zahlreiche andere Zionisten der wirklich ersten Stunde und half noch in der Vorkriegszeit mit, Basler Zionistenkongresse zu organisieren. In reiferen Jahren war er Mitglied des SIG-Vorstandes und Präsident des heute, meines Wissens nicht mehr existierenden Schweizerischen Zionistenverbandes. Roger war einer der Initianten der Petition an das Deutschweizer Fernsehen SF1, die dieser Tage Unterschriften sammelt.
Mein lieber Freund, 22. März 2010
Hier ist meine Antwort auf Fragen zur Petition an das Deutschschweizer Fernsehen
(www.israelforum.ch). Sie wurde bisher von weit mehr als 1000 Protestierenden unterzeichnet. Erwähnt ist dort auch die Website www.andremarty.com , wo mit konstanter Sturheit Israel als Negativum dargestellt wird. Das Resultat des Wirkens Andre Martys unterscheidet sich leider kein Jota von demjenigen eines Agenten der arabischen Propaganda- Zentrale.
Schon wieder wird die Menschheit wegen den Juden planmässig belogen, betrogen und getäuscht! Infolge der Erkenntnis die Zerstörung Israels sei mit periodischen Kriegen und tödlichem Terror nicht zu erreichen, erlebt man jetzt einen die Tatsachen verdrehenden riesigen Propaganda-Feldzug zur weltweiten Dämonisierung und Delegitimierung des Staates Israel.
In einem Provisorium zwischen Bangen vor Kriegen und der Hoffnung auf Frieden muss der von der UNO anerkannte Staat Israel seit 62 Jahren leben. Allzuviele bagatellisieren dieses Provisorium. Doch es absorbiert enorm viele Kräfte und Finanzen, die in einer friedlichen Atmosphäre für konstruktive Tätigkeiten frei wären. Ja es ergeht Israel wie dem Besitzer eines von Lawinen bedrohten Gartens: Er muss zuerst die Lawinen-Verbauungen errichten und während Jahrzehnten manches im Garten vernachlässigen. Da wuchert eben unaufhaltsam auch ungern erblicktes Unkraut.
In Israel konnten sich während dem allzulangen, gefährlichen Provisorium kleine Minderheiten intoleranter Extremisten mancher Schattierung breit machen. Sie aber dürfen eben von gewissen Freiheiten einer Demokratie Gebrauch machen, auch der Freiheit der Rede und des Demonstrierens.
Doch ich komme von meinem vor etwa 25 Jahren ausgesprochenen Satz nicht los: " Sie haben keine Ruhe bis kein Stein mehr auf dem anderen steht". Sie, das sind jene, die damit auch an den Fundamenten rütteln und nicht sehen wollen, dass dadurch alles ins Wanken gerät. Sie, das sind jene, die vorgeben als Medienschaffende eine Pflicht zur Begutachtung, Bewahrung und Förderung echter Demokratie zu haben. Sie, das sind jene, die andauernd von Freiheit reden, aber diese ununterbrochen missbrauchen. Sie, das sind doch jene die den Kampfruf "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" heute in Tat und Wahrheit ersetzt haben durch das weitgehend benützte Leitmotiv "Freiheit, Gleichheit, Respektlosigkeit". Ich bin recht froh darüber, dass mir kürzlich mein Freund Uri Russak folgendes Zitat von Berdjajew zu Dostojewski übermittelte: "Die Freiheit kann nicht identifiziert werden mit dem Guten, mit der Wahrheit, mit der Vollkommenheit. Die Freiheit hat ihre eigene selbständige Natur, die Freiheit ist Freiheit und nicht das Gute".
Im Rahmen der Pressefreiheit wurde auch das Auflagen steigernde Leitmotiv westlicher Medien geschaffen: "Good news is no news". Eine Direktive die Sensations-Hascherei und Schlammkampagnen fördert und leider täglich zur Zerstörung der politischen Kultur beiträgt. Man veröffentlicht vorwiegend negative Berichte und gesuchte oder gefundene Skandale. So
Fördert man aber automatisch ein negatives Bild über Israel.
Jeder Zirkusdirektor, auch jede Mutter von Kindern weiss, dass ein Lob am richtigen Ort zur richtigen Zeit bei Menschen und Tieren helfen kann Leistungen zu fördern. In der Politik und in der Welt der Medien ging diese Erkenntnis verloren. So werden aber auch gute Kräfte weltweit abgehalten in die Politik zu gehen oder steigen angewidert aus. Jugendliche und manche andere werden betört und verwirrt.
Ständerat Miville schrieb vor Jahren: "Der 3.Weltkrieg hat begonnnen". Doch statt sich über solches grosse Sorgen zu machen, lenkt man die Völker auf relativ kleine Ereignisse ab. Und unerbittlich wirkt der Tsunami der Zerstörung ganzer Branchen der westlichen Wirtschaft: Zahllose Schuhfabriken, Gerbereien, Webereien, Spinnereien und Maschinenfabriken, mussten ihre Werke schliessen. Auch z.B. Hersteller von Lokomotiven, Waggons und Geleisen, statt zu helfen die Luftverschmutzung durch Autos einzudämmen.
Aber Ingenieure und Ökonomen dürfen sich dafür jetzt fragen, welche Sorten Industrien man z.B. in der Westbank zur Erhöhung der Lebensqualität ansiedeln sollte. Und sie müssen sich wohl weiter den Kopf für realisierbare wirtschaftliche Verbesserungen zerbrechen, weil man jetzt bald aus China und Umgebung , wo die Löhne ein Bruchteil derjenigen der Westbank betragen, alles in voller Freiheit importieren kann und will.
Anderseits flimmert am Westbank-Horizont das Signal der Gefahr von mehr Arbeitslosen, infolge von kontraproduktiven, völlig absurden Boykott-Bestrebungen. Zur Vernunft gerufen sind jene, die in der Westbank von Israelis geschaffene Industriezonen ignorieren wollen, die jetzt Tausenden von Arabern Arbeit und Brot verschaffen. Allein in Barkan sind z.B. von 6000 Angestellten über 3500 Araber tätig. Doch gar manche Journalisten sehen Wesentliches nicht, weil sie meistens lediglich hinter ihrem Computer hocken, um sich als Experten auf allen Gebieten vernehmen zu lassen und Ungesehenes oder Unerwünschtes zu verschweigen. Einer der Experte in allen Gebieten heisst Andre Marty.
Er sprach doch kürzlich von Migrationsströmen, doch er verschwieg elegant , dass wir wiederum eine der seit jeher stattfindenden Völkerwanderungen erleben oder dass es seit jeher Mauern und Tore gab, um unerwünschte Eindringlinge abzuhalten. Und er übersah auch, dass seit der Existenz des so sehr kritisierte Sperr-Zaunes zur Westbank die schrecklichen Selbstmord-Bombenattentate nahezu aufgehört haben.
Verschwiegen wird auch, dass die kritisierten Kosten der Verstärkung des existierenden Grenzhägleins zu Ägypten nur ein Bruchteil von dem sind, was Israel für die Sicherheit auslegen muss, nämlich von den steten Kosten für die Bewachung und Unterhalt der Abschrankungen, die Einrichtungen und Bewacher von Zugängen zu Spitälern, Krankenkassen, Supermärkten, Kinos, Theater, Banken, Hotels, Restaurants etc., um Suizid-Bomber vor der geplanten Tat zu erkennen oder der Aufwand für 3 Jahre Militärdienst der Jugend Israels.
Nach 73 Jahren arabischer Ablehnung sämtlicher Teilungspläne wird durch unablässig vorgetragene Maximalforderungen, immer noch jeglicher Fortschritt verhindert . Mit frommem Blick himmelwärts wird so getan, als ob Israel einseitig an die von den Arabern abgelehnten Teilungspläne ewig gebunden wäre!
So ist doch die Frage nicht abwegig: Wo in der Welt des Handels und Wandels ist es denn üblich, so etwa zu verkünden " Ich komme auf Ihr Angebot von 1948 zurück, ich akzeptiere es jetzt, allerdings zu gleichem Preis und Konditionen wie vor 62 Jahren". Vielleicht, dann noch unter Beifügung: *Willst Du nicht so mein Partner sein, so schlag ich Dir den Schädel ein".
Jedoch, die Welt wurde von jenen aufgebaut und verbessert die positiv denken und massvolle Kritik für den Fortschritt auswerten, aber niemals von jenen, die möglichst viel Negatives und Unrealistisches verbreiten.
Mit den besten Grüssen Roger Guth
Mein lieber Freund, 22. März 2010
Hier ist meine Antwort auf Fragen zur Petition an das Deutschschweizer Fernsehen
(www.israelforum.ch). Sie wurde bisher von weit mehr als 1000 Protestierenden unterzeichnet. Erwähnt ist dort auch die Website www.andremarty.com , wo mit konstanter Sturheit Israel als Negativum dargestellt wird. Das Resultat des Wirkens Andre Martys unterscheidet sich leider kein Jota von demjenigen eines Agenten der arabischen Propaganda- Zentrale.
Schon wieder wird die Menschheit wegen den Juden planmässig belogen, betrogen und getäuscht! Infolge der Erkenntnis die Zerstörung Israels sei mit periodischen Kriegen und tödlichem Terror nicht zu erreichen, erlebt man jetzt einen die Tatsachen verdrehenden riesigen Propaganda-Feldzug zur weltweiten Dämonisierung und Delegitimierung des Staates Israel.
In einem Provisorium zwischen Bangen vor Kriegen und der Hoffnung auf Frieden muss der von der UNO anerkannte Staat Israel seit 62 Jahren leben. Allzuviele bagatellisieren dieses Provisorium. Doch es absorbiert enorm viele Kräfte und Finanzen, die in einer friedlichen Atmosphäre für konstruktive Tätigkeiten frei wären. Ja es ergeht Israel wie dem Besitzer eines von Lawinen bedrohten Gartens: Er muss zuerst die Lawinen-Verbauungen errichten und während Jahrzehnten manches im Garten vernachlässigen. Da wuchert eben unaufhaltsam auch ungern erblicktes Unkraut.
In Israel konnten sich während dem allzulangen, gefährlichen Provisorium kleine Minderheiten intoleranter Extremisten mancher Schattierung breit machen. Sie aber dürfen eben von gewissen Freiheiten einer Demokratie Gebrauch machen, auch der Freiheit der Rede und des Demonstrierens.
Doch ich komme von meinem vor etwa 25 Jahren ausgesprochenen Satz nicht los: " Sie haben keine Ruhe bis kein Stein mehr auf dem anderen steht". Sie, das sind jene, die damit auch an den Fundamenten rütteln und nicht sehen wollen, dass dadurch alles ins Wanken gerät. Sie, das sind jene, die vorgeben als Medienschaffende eine Pflicht zur Begutachtung, Bewahrung und Förderung echter Demokratie zu haben. Sie, das sind jene, die andauernd von Freiheit reden, aber diese ununterbrochen missbrauchen. Sie, das sind doch jene die den Kampfruf "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" heute in Tat und Wahrheit ersetzt haben durch das weitgehend benützte Leitmotiv "Freiheit, Gleichheit, Respektlosigkeit". Ich bin recht froh darüber, dass mir kürzlich mein Freund Uri Russak folgendes Zitat von Berdjajew zu Dostojewski übermittelte: "Die Freiheit kann nicht identifiziert werden mit dem Guten, mit der Wahrheit, mit der Vollkommenheit. Die Freiheit hat ihre eigene selbständige Natur, die Freiheit ist Freiheit und nicht das Gute".
Im Rahmen der Pressefreiheit wurde auch das Auflagen steigernde Leitmotiv westlicher Medien geschaffen: "Good news is no news". Eine Direktive die Sensations-Hascherei und Schlammkampagnen fördert und leider täglich zur Zerstörung der politischen Kultur beiträgt. Man veröffentlicht vorwiegend negative Berichte und gesuchte oder gefundene Skandale. So
Fördert man aber automatisch ein negatives Bild über Israel.
Jeder Zirkusdirektor, auch jede Mutter von Kindern weiss, dass ein Lob am richtigen Ort zur richtigen Zeit bei Menschen und Tieren helfen kann Leistungen zu fördern. In der Politik und in der Welt der Medien ging diese Erkenntnis verloren. So werden aber auch gute Kräfte weltweit abgehalten in die Politik zu gehen oder steigen angewidert aus. Jugendliche und manche andere werden betört und verwirrt.
Ständerat Miville schrieb vor Jahren: "Der 3.Weltkrieg hat begonnnen". Doch statt sich über solches grosse Sorgen zu machen, lenkt man die Völker auf relativ kleine Ereignisse ab. Und unerbittlich wirkt der Tsunami der Zerstörung ganzer Branchen der westlichen Wirtschaft: Zahllose Schuhfabriken, Gerbereien, Webereien, Spinnereien und Maschinenfabriken, mussten ihre Werke schliessen. Auch z.B. Hersteller von Lokomotiven, Waggons und Geleisen, statt zu helfen die Luftverschmutzung durch Autos einzudämmen.
Aber Ingenieure und Ökonomen dürfen sich dafür jetzt fragen, welche Sorten Industrien man z.B. in der Westbank zur Erhöhung der Lebensqualität ansiedeln sollte. Und sie müssen sich wohl weiter den Kopf für realisierbare wirtschaftliche Verbesserungen zerbrechen, weil man jetzt bald aus China und Umgebung , wo die Löhne ein Bruchteil derjenigen der Westbank betragen, alles in voller Freiheit importieren kann und will.
Anderseits flimmert am Westbank-Horizont das Signal der Gefahr von mehr Arbeitslosen, infolge von kontraproduktiven, völlig absurden Boykott-Bestrebungen. Zur Vernunft gerufen sind jene, die in der Westbank von Israelis geschaffene Industriezonen ignorieren wollen, die jetzt Tausenden von Arabern Arbeit und Brot verschaffen. Allein in Barkan sind z.B. von 6000 Angestellten über 3500 Araber tätig. Doch gar manche Journalisten sehen Wesentliches nicht, weil sie meistens lediglich hinter ihrem Computer hocken, um sich als Experten auf allen Gebieten vernehmen zu lassen und Ungesehenes oder Unerwünschtes zu verschweigen. Einer der Experte in allen Gebieten heisst Andre Marty.
Er sprach doch kürzlich von Migrationsströmen, doch er verschwieg elegant , dass wir wiederum eine der seit jeher stattfindenden Völkerwanderungen erleben oder dass es seit jeher Mauern und Tore gab, um unerwünschte Eindringlinge abzuhalten. Und er übersah auch, dass seit der Existenz des so sehr kritisierte Sperr-Zaunes zur Westbank die schrecklichen Selbstmord-Bombenattentate nahezu aufgehört haben.
Verschwiegen wird auch, dass die kritisierten Kosten der Verstärkung des existierenden Grenzhägleins zu Ägypten nur ein Bruchteil von dem sind, was Israel für die Sicherheit auslegen muss, nämlich von den steten Kosten für die Bewachung und Unterhalt der Abschrankungen, die Einrichtungen und Bewacher von Zugängen zu Spitälern, Krankenkassen, Supermärkten, Kinos, Theater, Banken, Hotels, Restaurants etc., um Suizid-Bomber vor der geplanten Tat zu erkennen oder der Aufwand für 3 Jahre Militärdienst der Jugend Israels.
Nach 73 Jahren arabischer Ablehnung sämtlicher Teilungspläne wird durch unablässig vorgetragene Maximalforderungen, immer noch jeglicher Fortschritt verhindert . Mit frommem Blick himmelwärts wird so getan, als ob Israel einseitig an die von den Arabern abgelehnten Teilungspläne ewig gebunden wäre!
So ist doch die Frage nicht abwegig: Wo in der Welt des Handels und Wandels ist es denn üblich, so etwa zu verkünden " Ich komme auf Ihr Angebot von 1948 zurück, ich akzeptiere es jetzt, allerdings zu gleichem Preis und Konditionen wie vor 62 Jahren". Vielleicht, dann noch unter Beifügung: *Willst Du nicht so mein Partner sein, so schlag ich Dir den Schädel ein".
Jedoch, die Welt wurde von jenen aufgebaut und verbessert die positiv denken und massvolle Kritik für den Fortschritt auswerten, aber niemals von jenen, die möglichst viel Negatives und Unrealistisches verbreiten.
Mit den besten Grüssen Roger Guth
Dienstag, 23. März 2010
Die Ueberraschung
Muslimische Komiker wie Goffaq Yussef sind selten. Hier einer seiner besten: „Auf meinem Flug nach New York muss ein Israeli die gesamte Zeit im WC eingeschlossen gewesen sein. An der Türe stand pausenlos „besetzt“.“ Hier gleich noch einer, eine arabische Version der Leuchtbirnenwechsel-Geschichten: „Wie viele Palästinenser braucht es um eine ausgebrannte Leuchtbirne auszuwechseln? Keinen, denn sie sitzen für immer im Dunkeln und beschuldigen die Juden“. Es herrscht jedoch der Verdacht, im Internet verschiedentlich zu finden, dass Goffaq Yussef nicht wirklich existiert und sein Name (Goffaq) eine Abänderung eines „Four Letter Words“ sein könnte.
In meinem gestrigen Tagebucheintrag liess ich mich über die drohende Zerstörung Israels durch seine Ultraorthodoxen aus. Und siehe da, am selben Tag schon lieferten diese einen beispielhaften Skandal, der das angeschlagene Problem genauestens vorführt: Die israelische Regierung entschied vorgestern, den Bau der neuen Notfallklinik des Barsilai Spitals in Ashkelon an einen weit vom Spital entfernten Ort zu verschieben, weil auf dem vorgesehenen Bauplatz Gräber seien. Diese Gräber seien zwar heidnisch statt jüdisch, doch bis das genauestens abklärt sei, stehe das Projekt still. Sollte sich Gott behüte herausstellen, dass die Gräber jüdisch sind, dann wird der Bauplatz verlegt. Damit wird der Bau der Notfallklinik bis zu drei Jahren verzögert und es werden rund 160 Millionen NIS in den Sand gesetzt. Damit werden wieder einmal lebende Menschen (Juden, Araber, darunter viele aus Gaza) gegenüber Toten (voraussichtlich Philister aus der Zeit Davids) benachteiligt, auf Grund überlebter mittelalterlicher religiöser Vorschriften – die Angelegenheit wird Leben kosten. Ein sofortiges Resultat war, dass der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums aus Protest zurücktrat. Sein Chef, der haredische Vizeminister Litzman (er will nicht voller Minister sein, da er und seine Partei, den Staat der Juden nicht anerkennt – dessen Milliarden für ihre „Schulen“ und diversen Sozialzuschüsse nehmen sie aber ohne sich zu beklagen oder zu bedanken), gab bisher noch keinen Kommentar ab. Mit diesen heraus geworfenen 160 Millionen, hätte der staatliche Medikamentenkorb vergrössert werden können, hätten nur schon für den Spital in Ashkelon MRIs angeschafft werden können. Der Skandal ist perfekt und er demonstriert wieder einmal, wie sehr die noch immer in einem mittelalterlichen Sumpf lebenden ultra-religiösen Juden in diesem Land das Volk an der Nase herumführen und die Regierung erpressen. Diesmal sogar ohne irgendeine Drohung gegenüber der Regierungskoalition ausgesprochen zu haben – der schon so oft ausgeübte Reflex funktionierte hervorragend. Haredim wollen es – die Haredim kriegen es – Punkt! Immerhin zehn der einundzwanzig Regierungsmitglieder, die darüber abstimmten, waren dagegen, einige Drückeberger verliessen die Sitzung um nicht abstimmen zu müssen.
Doch der öffentliche Aufschrei hat Nethanyahu soeben veranlasste, eine schnelle Wiedererwägung des Entscheides und dessen Hintergründe auf die Agenda zu setzen. Immerhin ein Zeichen, dass der öffentliche Anschiss des Volkes ihn erschreckt hat – ein weiterer Nachweis der in Israel herrschenden Demokratie. Die Ultraorthodoxen und ihre Rabbiner haben bisher noch keinen Ton von sich gegeben.
In meinem gestrigen Tagebucheintrag liess ich mich über die drohende Zerstörung Israels durch seine Ultraorthodoxen aus. Und siehe da, am selben Tag schon lieferten diese einen beispielhaften Skandal, der das angeschlagene Problem genauestens vorführt: Die israelische Regierung entschied vorgestern, den Bau der neuen Notfallklinik des Barsilai Spitals in Ashkelon an einen weit vom Spital entfernten Ort zu verschieben, weil auf dem vorgesehenen Bauplatz Gräber seien. Diese Gräber seien zwar heidnisch statt jüdisch, doch bis das genauestens abklärt sei, stehe das Projekt still. Sollte sich Gott behüte herausstellen, dass die Gräber jüdisch sind, dann wird der Bauplatz verlegt. Damit wird der Bau der Notfallklinik bis zu drei Jahren verzögert und es werden rund 160 Millionen NIS in den Sand gesetzt. Damit werden wieder einmal lebende Menschen (Juden, Araber, darunter viele aus Gaza) gegenüber Toten (voraussichtlich Philister aus der Zeit Davids) benachteiligt, auf Grund überlebter mittelalterlicher religiöser Vorschriften – die Angelegenheit wird Leben kosten. Ein sofortiges Resultat war, dass der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums aus Protest zurücktrat. Sein Chef, der haredische Vizeminister Litzman (er will nicht voller Minister sein, da er und seine Partei, den Staat der Juden nicht anerkennt – dessen Milliarden für ihre „Schulen“ und diversen Sozialzuschüsse nehmen sie aber ohne sich zu beklagen oder zu bedanken), gab bisher noch keinen Kommentar ab. Mit diesen heraus geworfenen 160 Millionen, hätte der staatliche Medikamentenkorb vergrössert werden können, hätten nur schon für den Spital in Ashkelon MRIs angeschafft werden können. Der Skandal ist perfekt und er demonstriert wieder einmal, wie sehr die noch immer in einem mittelalterlichen Sumpf lebenden ultra-religiösen Juden in diesem Land das Volk an der Nase herumführen und die Regierung erpressen. Diesmal sogar ohne irgendeine Drohung gegenüber der Regierungskoalition ausgesprochen zu haben – der schon so oft ausgeübte Reflex funktionierte hervorragend. Haredim wollen es – die Haredim kriegen es – Punkt! Immerhin zehn der einundzwanzig Regierungsmitglieder, die darüber abstimmten, waren dagegen, einige Drückeberger verliessen die Sitzung um nicht abstimmen zu müssen.
Doch der öffentliche Aufschrei hat Nethanyahu soeben veranlasste, eine schnelle Wiedererwägung des Entscheides und dessen Hintergründe auf die Agenda zu setzen. Immerhin ein Zeichen, dass der öffentliche Anschiss des Volkes ihn erschreckt hat – ein weiterer Nachweis der in Israel herrschenden Demokratie. Die Ultraorthodoxen und ihre Rabbiner haben bisher noch keinen Ton von sich gegeben.
Sonntag, 21. März 2010
Die Enttäuschung
Vor wenigen Tagen ärgerte ich mich über unseren Staatspräsidenten Shimon Peres, den ich, obwohl auch er sich während seiner langen politischen Karriere nicht immer sauber verhielt, doch immer sehr achte. Er ist ein Vollblutpolitiker und wohl der Letzte der Generation, die sich um den Aufbau des Staates tatsächlich verdient gemacht hat. „Staatsmann“ sein beinhaltet gewisse charakterliche Eigenarten, die man akzeptiert – up to a point! Für einmal hat ihn Shimon Peres überschritten, diesen „Point“. Auf der anderen Seite empfehle ich das heutige Interview mit Shimon Peres aus dem Schweizer Fernsehen SF1, damit hat er mehr als nur gerade wiedergutgemacht. Für dieses Interview, auch wenn es jüdische und nichtjüdische Antisemiten nicht überzeugt (sie wollen ja nicht überzeugt werden) können wir ein ganzes Stück stolz sein.
Politiker denken wohl manchmal, sie seien „Staatsmänner“, wenn sie lügen und täuschen, sich einschmeicheln und sind nicht immer abgeneigt sind anderen in den Hintern zu kriechen, wenn es ihren Zielen dient. Das geschieht je nach politischer Wetterlage und Opportunität. Israel hat einige Probleme, davon nicht wenige existenzieller Natur. Nethanyahu wurde schon in seiner ersten Kadenz als Premierminister von der Presse dabei erwischt, wie er dem Rabbi Ovadia Joseph, Guru der Schasspartei, ins Ohr flüsterte (und dabei zufällig von einer Fernsehkamera aufgenommen wurde), die Linken (jene, die den Staat möglich gemacht und aufgebaut haben) seien gar keine richtigen Juden und noch einige andere feine Sprüche in diesem Zusammenhang. Vor einigen Tagen hörte ich solches von Shimon Peres, dem ich eigentlich so viel Charakterlosigkeit nicht zugetraut hätte. Er verlor einen grossen Teil meiner und auch anderer Achtung, als er anlässlich eines Vorpessachbesuches bei den Frommen von Bnei Brak zum Besten gab, wie sehr er sie, die ausser die Thora nichts studieren, schätze. Er sei soooo glücklich, dass der Staat und dessen Armee diese Bürger für ihr lebenslanges Lernen der heiligen Schriften freigestellt habe. Diese Aussage ist umso perverser, weil sie von jemandem kommt, der sein langes und noch immer aktives Leben mit dem Aufbau und der Verteidigung Israels verbracht hat. Heute ist er bestimmt Israels bester und aktivster Präsident seit der Staatsgründung und weiss, dass sein Ziehvater David Ben Gurion 1948 gut meinend einen schlimmen Fehler gemacht hatte, als er wenigen Hundert Jeshivaschülern mit einem Gesetz die Bürgerpflicht des Militärdienstes erliess, um dem Staat, so schien er gedacht zu haben, neben dem Sozialismus der Gründergenerationen und derer Pionierarbeit auch ein wenig altbackene Jüdischkeit zu erhalten.
Aus den drei- oder vierhundert mit diesem Gesetz vorgesehenen (oder auch nur gemeinten) Thoraschülern sind inzwischen Hunderttausende geworden. Jährlich gehen dem Staat und der Armee rund vierzigtausend Soldaten verloren. Das ist nicht alles. Die Zunft ultraorthodoxer und weitgehend in selbst gewählter Armut lebender Drückeberger, trägt dem Staat nicht zum Bruttosozialprodukt bei, sondern drückt es herunter. Israel ist heute das industrialisierte Land mit dem grössten Anteil nichtarbeitender, im Erwerbsalter stehender Bürger. Nicht nur tragen sie dem Staat der Juden nichts bei, sondern sie lassen sich von ihm auf Kosten der Steuerzahler, zu denen sie mit Nachdruck nicht gehören, aushalten. Ihre durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau ist acht Kinder (mit steigender Tendenz), diejenige der israelischen Araber nimmt kontinuierlich ab – die neuesten Zahlen sind etwa 3,2 Kinder (Tendenz sinkend) pro muslimisch-arabischer Frau – ein Beweis steigender Lebensqualität für unsere arabische Mitbürger (Die Geburtenrate christlicher Araber in Israel, liegt noch unter derjenigen sekulärer Israelis). Zwar steige, so ist gelegentlich zu vernehmen, die Zahl junger Haredim, die statt für das Land Thora zu lernen einen Beruf ergreifen und in der Armee dienen an, doch – falls das stimmt, ist davon noch wenig wahrzunehmen. Es gibt heute in der Armee ein Battalion haredischer Soldaten (den Nahal Haredi), von denen, so erzählte mir eine junger, aus Kanada stammender Soldat und Sohn alter Freunde in Montreal, der in dieser Einheit dient, es nur wenige wirkliche Haredim gäbe, es seien vor allem andere Orthodoxe dabei, die sich an diesem mädchenlosen koscheren Soldatendaseins erfreuen. Diese Situation in Israel als Ganzes betrachtet, ist in der haredischen Welt eine Ausnahme, denn, selbst in deren Sekten in den USA und europäischen Zentren ultra-orthodoxen Lebens, nehmen Haredim voll am Erwerbsleben teil, arbeiten für den Unterhalt ihrer Familien und lernen Thora neben der Arbeit. Sie hegen, kurz gesagt und im Gegensatz zu israelischen Jeschivaboys, keine Abscheu vor produktiver Arbeit und werden nicht zu Parasiten, die sich und ihre Familien vom meist wenig gläubigen arbeitenden Bürger aushalten lassen. Nicht nur hält die Ultraorthodoxie damit die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zurück, in dem sie, statt durch Bildung und produktive Arbeit dem Arbeitsmarkt beizutragen, ihn finanziell schwächt – die extremistischen unter ihnen lehnen den Staat, den sie melken, gar gänzlich ab, da ein solcher nur vom Messias selbst errichtet werden dürfe. Der bekannte St. Nimmerleinstag.
Der Charakter Israels ändert sich. Wie überall in dieser Welt bleibt nicht alles beim Alten. Nur eben, in unserem Land können gewisse „Traditionen“ fatal werden. Es ist zu lesen, dass Israel, falls sich in seiner internen Politik nichts ändert, bis 2040 eine ultraorthodoxe Bevölkerungsmehrheit haben werde. Dieser Mehrheit wird sich die moderne Bevölkerung kaum fügen wollen, sie wird, falls sie es kann, auswandern. Der Gründe sind es viele: die damit verbundene religiöse Nötigung und Entdemokratisierung des Staates, die Schwächung der Wirtschaft und der Armee durch eine Mehrheit, die unfähig wäre selbst einen Staat und dessen Wirtschaft zu führen und ebenso unfähig wäre diesen Staat gegen seine Feinde zu verteidigen. Mit der Halacha lässt sich ein moderner überlebensfähiger Staat ebenso wenig führen, wie mit der Sharia in islamistischen Ländern. Aus dem hoch technologisierten und von moderner Wissenschaft gestützten jüdischen Staatwesen demokratischer Prägung, würde eine mittelalterliche jüdische Theokratie selbst gegen mittelalterliche muslimische Theokratien keine Chancen haben.
Noch immer und von mir wiederholt geschrieben bin ich der Ueberzeugung, dass nicht arabischer Hass auf uns Juden, so unentwegt er auch ist, Israel wirklich gefährdet. Dagegen besitzen wir die vorwiegend selbstgeschaffenen militärischen Mittel und die dazu gehörende Motivation. Gegen die oben beschriebenen demographischen Gefahren, gibt es wenig Abhilfe, ausser der völligen Einbindung aller israelischen Bürger in sämtliche Bereiche unseres Staatswesens, ein Ende der inoffiziellen aber bestehenden Benachteiligung unserer arabischen Bürger (aber mit, damit verbunden, völliger Wahrnehmung israelischer Bürgerpflichten und nicht nur Bürgerrechte) und dasselbe in Hinsicht auf die oben von mir so sympathisch beschriebenen jüdischen „Sonderbürger“. Solange Israel, weil von religiöser Seite aus grundsätzlicher, auf Besitzstandswahrung und Ablehnung der Demokratie als Regierungsform ruhender Verweigerung einer völlig demokratischen Verfassung moderner Art, nicht einführt, solange wird die innerisraelisch und innerjüdische Gefahr für Israel weiter wuchern. Unser Grosskinder und ihre Nachkommen werden sich damit in den kommenden Jahrzehnten auseinandersetzen müssen.
Hoffentlich bleibt es bei diesem Ausrutscher von Shimon Peres und wir hoffen, er schiebe nicht noch weitere nach. Die Achtung, die er aus dem Volk erhält, darf er sich nicht verscherzen. Er scheint manchmal müde zu sein, in seinem Alter eine verdiente und entschuldbare Eigenschaft. Mit Senilität hat das aber nichts zu tun.
Politiker denken wohl manchmal, sie seien „Staatsmänner“, wenn sie lügen und täuschen, sich einschmeicheln und sind nicht immer abgeneigt sind anderen in den Hintern zu kriechen, wenn es ihren Zielen dient. Das geschieht je nach politischer Wetterlage und Opportunität. Israel hat einige Probleme, davon nicht wenige existenzieller Natur. Nethanyahu wurde schon in seiner ersten Kadenz als Premierminister von der Presse dabei erwischt, wie er dem Rabbi Ovadia Joseph, Guru der Schasspartei, ins Ohr flüsterte (und dabei zufällig von einer Fernsehkamera aufgenommen wurde), die Linken (jene, die den Staat möglich gemacht und aufgebaut haben) seien gar keine richtigen Juden und noch einige andere feine Sprüche in diesem Zusammenhang. Vor einigen Tagen hörte ich solches von Shimon Peres, dem ich eigentlich so viel Charakterlosigkeit nicht zugetraut hätte. Er verlor einen grossen Teil meiner und auch anderer Achtung, als er anlässlich eines Vorpessachbesuches bei den Frommen von Bnei Brak zum Besten gab, wie sehr er sie, die ausser die Thora nichts studieren, schätze. Er sei soooo glücklich, dass der Staat und dessen Armee diese Bürger für ihr lebenslanges Lernen der heiligen Schriften freigestellt habe. Diese Aussage ist umso perverser, weil sie von jemandem kommt, der sein langes und noch immer aktives Leben mit dem Aufbau und der Verteidigung Israels verbracht hat. Heute ist er bestimmt Israels bester und aktivster Präsident seit der Staatsgründung und weiss, dass sein Ziehvater David Ben Gurion 1948 gut meinend einen schlimmen Fehler gemacht hatte, als er wenigen Hundert Jeshivaschülern mit einem Gesetz die Bürgerpflicht des Militärdienstes erliess, um dem Staat, so schien er gedacht zu haben, neben dem Sozialismus der Gründergenerationen und derer Pionierarbeit auch ein wenig altbackene Jüdischkeit zu erhalten.
Aus den drei- oder vierhundert mit diesem Gesetz vorgesehenen (oder auch nur gemeinten) Thoraschülern sind inzwischen Hunderttausende geworden. Jährlich gehen dem Staat und der Armee rund vierzigtausend Soldaten verloren. Das ist nicht alles. Die Zunft ultraorthodoxer und weitgehend in selbst gewählter Armut lebender Drückeberger, trägt dem Staat nicht zum Bruttosozialprodukt bei, sondern drückt es herunter. Israel ist heute das industrialisierte Land mit dem grössten Anteil nichtarbeitender, im Erwerbsalter stehender Bürger. Nicht nur tragen sie dem Staat der Juden nichts bei, sondern sie lassen sich von ihm auf Kosten der Steuerzahler, zu denen sie mit Nachdruck nicht gehören, aushalten. Ihre durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau ist acht Kinder (mit steigender Tendenz), diejenige der israelischen Araber nimmt kontinuierlich ab – die neuesten Zahlen sind etwa 3,2 Kinder (Tendenz sinkend) pro muslimisch-arabischer Frau – ein Beweis steigender Lebensqualität für unsere arabische Mitbürger (Die Geburtenrate christlicher Araber in Israel, liegt noch unter derjenigen sekulärer Israelis). Zwar steige, so ist gelegentlich zu vernehmen, die Zahl junger Haredim, die statt für das Land Thora zu lernen einen Beruf ergreifen und in der Armee dienen an, doch – falls das stimmt, ist davon noch wenig wahrzunehmen. Es gibt heute in der Armee ein Battalion haredischer Soldaten (den Nahal Haredi), von denen, so erzählte mir eine junger, aus Kanada stammender Soldat und Sohn alter Freunde in Montreal, der in dieser Einheit dient, es nur wenige wirkliche Haredim gäbe, es seien vor allem andere Orthodoxe dabei, die sich an diesem mädchenlosen koscheren Soldatendaseins erfreuen. Diese Situation in Israel als Ganzes betrachtet, ist in der haredischen Welt eine Ausnahme, denn, selbst in deren Sekten in den USA und europäischen Zentren ultra-orthodoxen Lebens, nehmen Haredim voll am Erwerbsleben teil, arbeiten für den Unterhalt ihrer Familien und lernen Thora neben der Arbeit. Sie hegen, kurz gesagt und im Gegensatz zu israelischen Jeschivaboys, keine Abscheu vor produktiver Arbeit und werden nicht zu Parasiten, die sich und ihre Familien vom meist wenig gläubigen arbeitenden Bürger aushalten lassen. Nicht nur hält die Ultraorthodoxie damit die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zurück, in dem sie, statt durch Bildung und produktive Arbeit dem Arbeitsmarkt beizutragen, ihn finanziell schwächt – die extremistischen unter ihnen lehnen den Staat, den sie melken, gar gänzlich ab, da ein solcher nur vom Messias selbst errichtet werden dürfe. Der bekannte St. Nimmerleinstag.
Der Charakter Israels ändert sich. Wie überall in dieser Welt bleibt nicht alles beim Alten. Nur eben, in unserem Land können gewisse „Traditionen“ fatal werden. Es ist zu lesen, dass Israel, falls sich in seiner internen Politik nichts ändert, bis 2040 eine ultraorthodoxe Bevölkerungsmehrheit haben werde. Dieser Mehrheit wird sich die moderne Bevölkerung kaum fügen wollen, sie wird, falls sie es kann, auswandern. Der Gründe sind es viele: die damit verbundene religiöse Nötigung und Entdemokratisierung des Staates, die Schwächung der Wirtschaft und der Armee durch eine Mehrheit, die unfähig wäre selbst einen Staat und dessen Wirtschaft zu führen und ebenso unfähig wäre diesen Staat gegen seine Feinde zu verteidigen. Mit der Halacha lässt sich ein moderner überlebensfähiger Staat ebenso wenig führen, wie mit der Sharia in islamistischen Ländern. Aus dem hoch technologisierten und von moderner Wissenschaft gestützten jüdischen Staatwesen demokratischer Prägung, würde eine mittelalterliche jüdische Theokratie selbst gegen mittelalterliche muslimische Theokratien keine Chancen haben.
Noch immer und von mir wiederholt geschrieben bin ich der Ueberzeugung, dass nicht arabischer Hass auf uns Juden, so unentwegt er auch ist, Israel wirklich gefährdet. Dagegen besitzen wir die vorwiegend selbstgeschaffenen militärischen Mittel und die dazu gehörende Motivation. Gegen die oben beschriebenen demographischen Gefahren, gibt es wenig Abhilfe, ausser der völligen Einbindung aller israelischen Bürger in sämtliche Bereiche unseres Staatswesens, ein Ende der inoffiziellen aber bestehenden Benachteiligung unserer arabischen Bürger (aber mit, damit verbunden, völliger Wahrnehmung israelischer Bürgerpflichten und nicht nur Bürgerrechte) und dasselbe in Hinsicht auf die oben von mir so sympathisch beschriebenen jüdischen „Sonderbürger“. Solange Israel, weil von religiöser Seite aus grundsätzlicher, auf Besitzstandswahrung und Ablehnung der Demokratie als Regierungsform ruhender Verweigerung einer völlig demokratischen Verfassung moderner Art, nicht einführt, solange wird die innerisraelisch und innerjüdische Gefahr für Israel weiter wuchern. Unser Grosskinder und ihre Nachkommen werden sich damit in den kommenden Jahrzehnten auseinandersetzen müssen.
Hoffentlich bleibt es bei diesem Ausrutscher von Shimon Peres und wir hoffen, er schiebe nicht noch weitere nach. Die Achtung, die er aus dem Volk erhält, darf er sich nicht verscherzen. Er scheint manchmal müde zu sein, in seinem Alter eine verdiente und entschuldbare Eigenschaft. Mit Senilität hat das aber nichts zu tun.
Samstag, 13. März 2010
Blogs zum Thema
Vor dem Einstieg eine eigene Äusserung: Was unsere Regierung in den letzten paar Tage anstellte, war ein beschämendes Affentheater. Ich entschuldige mich – obwohl ohne dafür irgendeine Kompetenz erhalten zu haben, ausser eben Israeli zu sein, beim amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden und kann nur sagen: es ist zwar meine demokratisch (aber nicht von mir) gewählte Regierung, die solches auch in meinem Namen tut, denn das ist halt so in einer Demokratie. Zwar gibt es für jedes Land dessen nationale Souveränität, etwas das auch der Schweiz sehr teuer ist. Nur machen rechtsnationale Parteien wie die SVP in der Schweiz und der Likud in Israel daraus einen Fetisch, so wie es eben die israelische Regierung eben getan hat. Die USA ist nun mal eine Weltmacht – DIE Weltmacht – Israel ist, neben dem Iran – nur eine Regionalmacht, wenn auch in einem sehr barbarischen, existenziell bedrohenden Umfeld. Aber es gibt eine gewisse diplomatische Höflichkeit, die nichts kostet und unsere besten Freunde nicht vor den Kopf stösst. Aber trotzdem – wer mich kennt, der weiss, dass ich ein prinzipieller Gegner der israelischen Besetzung der Westbank bin (ob wir, nach den Erfahrungen von Gaza, gerade jetzt abziehen könnten, bleibe für den Augenblick dahingestellt). Doch geht es nicht nur darum: wir haben einen Regierungschef, die vorgibt nicht zu wissen, was seine Minister tun, der den frömmelnden Rassisten Eli Yishai, Innenminister und Vorsitzender der Shaspartei erst stillschweigend für den Staat schädliches (die angekündigten 1600 Wohnungen in Ostjerusalem) verkünden lässt, damit den zu Gast weilenden amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden vor den Kopf stösst und unserem Land immensen Schaden zufügt. Dass Bibi Nethanyahu lügt, ist nicht neu, ich habe es selbst schon erlebt – denn auch er behauptet von all dem nichts gewusst zu haben. Wenn dem so ist (was ich überhaupt nicht glaube) und er den Yishai mit seiner Shas nicht sofort zum Teufel jagt – dann müsste er zurücktreten. Diese Regierung ist eine Schande für den Staat – doch perverserweise ist sie im Land noch immer populär, ja die Popularität Nethanyahus wächst, im Gleichschritt mit der Bedrohung von aussen, von Hamas, Hisbollah und ihrem Paten, Iran. Trotzdem traurig! Ein Armutszeichen für unser Land.
Doch nun zum Thema:
Es gibt auch in deutscher Sprache hervorragende Blogs (neben dem meinen natürlich) und offizielle Websites der Medien, die jeder, der sich mit der Materie des als „Israelkritik“ getarnten Judenhassens beschäftigt lesen sollte. Ich möchte an dieser Stelle einige Zitate aus solchen Blogs präsentieren. Die Reihenfolge hat mit Wertung nicht das Geringste zu tun.
Lisas Welt
Aus dem letzten dort erschienen Artikel „Auschwitz zu den Akten“ in dem er, der Nichtjude, jüdische „Israelkritiker“ rezensiert, nimmt er sich einem meiner Lieblingsthemen an, den jüdischen Gutmenschen, denen er eine schöne jiddischen Bezeichnung verpasst, ohne beleidigend, bestenfalls mitleidig zu wirken:
„…….worauf die „Israelkritik“ in letzter Konsequenz immer hinausläuft: auf eine Dämonisierung und Delegitimierung des jüdischen Staates, auf eine Verdrehung von Tätern und Opfern und auf eine Entlastung von der originär deutschen Tat Auschwitz. Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost ist eine eigentlich vernachlässigenswerte Gruppierung, die selten mehr auf die Beine bringt als ein Dutzend Nebbichs.“
Perlentaucher.de (ein Kultur-Magazin)
Ein beeindruckender Site mit Tiefgang. Nicht alles darin ist zynisch oder bloss ironisch, sondern, wie diese Predigt von Götz Aly, die berührt und zum Nachdenken zwingt. Ich bin von Götz Alys Predigt so beeindruckt, dass ich persönliche Information über ihn suchte. Ein bemerkenswerter Mann.
N-TV.de
Hier fand ich ein hervorragendes Interview mit Necla Kelek, einer islamkritischen Muslima. Kelek ist in islamkritischen Kreisen sehr bekannt und ist eine jener aussergewöhnlich mutigen und seltenen Muslime, die ihr Leben riskieren und dem heutigen, von blutrünstigen Islamisten vorwiegend beeinflussten Islam entgegenstehen, ohne den Islam selbst gänzlich zu negieren.
Israel News (Ami Isseroff)
Ami Isseroff ist ein hervorragender Kommentator linker Provenienz, der laufend überzeugende Entlarvungen zutage fördert, wie diese Blossstellung des aktiven „Anti-Zionismus“, der nicht nichts ist als traditioneller Judenhass, der hier die Hosen herunter lässt. Ausdrücke wie „Jewish Motherfuckers“ und „Jewish Jesuskillers“ gehören noch zu den feineren Ausdrücken, die hier zu hören sind. Heute ist es tatsächlich so, dass die Grenzen zwischen linkem und rechtem Extremismus völlig aufgelöst sind, falls sie im Zusammenhang mit Antizionismus und Judenhass überhaupt je bestanden haben. Beide benutzen identische antisemitische Argumentationen, die, so hirnlos sie auch sind, eine wachsende Popularität erleben. Das hier gezeigt Filmchen zeigt das sehr eindringlich.
Die Achse des Guten
Eine der zwei Web-Heimaten des Henryk M. Broders. Immer wieder heftige Wortes des Meisters, der Dinge zu Tage fördert, wie der im hier gezeigten Text zu findende Link, der einen sehr linken und sehr echauffierten deutschen Lokalpolitiker zeigt, wie er Israel das Existenzrecht abspricht. Ein Lehrstück, das sich in der Schweiz und anderen europäischen Ländern abspielen könnte.
Henryk M. Broders Homepage
Nicht nur, dass Broder gekonnt ausfällig über dumme und bösartige Leute – Antisemiten oder sonst einfach dumm und bösartig - herfällt, er versteckt seine Duelle mit seinen vielen Feinden nicht. Er publiziert deren Anwürfe in seinem Blog, entblösst so den oft darin enthaltenen Unsinn und den eigentlichen Charakter der Schreiber.
Spirit of Entebbe
Claudio Casulas Blog ist gepflegt, hat visuell eine beruhigende Ausstrahlung, doch wenn man den Inhalt liest, dann merkt man, dass hier jemand auf den Grund allgemein üblicher Vorurteile und verlogener Behauptungen gegenüber Israel und dem Judentum kommen will, die in Medien, am Stammtisch, bei ideologisch verdrehten Idioten und auf der Strasse laut werden. Sein „Gemischtes Doppel“ hat Klasse, er punktet damit ohne Mühe und das Echo in den Kommentaren ergibt den fehlenden Kommentar unter den Bildern. Sein Thema „Unbotmässige Juden“ zeigt eine völlig akzeptable Sicht der Dinge, die ich zwar nicht ganz teile, aber respektiere. Schreiben kann er, der Claudio, das gestehe ich ihm neidlos zu, auch wenn er „Uris Tagebuch“ noch nicht in seine Blog-Empfehlungsliste aufgenommen hat. Die Seine ist auf der Meinen.
Castollux
Der Blog „Castollux“ meines Freundes Bernd Dahlenburg zeugt von einem energischen Einstehen für uns Juden und ihren Staat Israel, aber auch für politischen Anstand, wie der hier gezeigte Schriftwechsel „Hoteltraditionen“. Bernds theologische Ausbildung hilft ihm dem islamistischen Unfug professionell zu begegnen. Das beruhigt vielleicht ihn selbst, aber den gläubigen Jihadisten lässt das kalt.
Wir Juden in Israel und in der Diaspora sollten dankbar sein, solch gute und verlässliche Freunde, wie die oben erwähnten, zu haben. Sie tun eine Arbeit, vor der sich zahlreiche unserer jüdischen Freunde drücken und beweisen, dass wir heute, im Gegensatz zur Zeit des Dritten Reiches, auch in Deutschland helfende Freunde besitzen, die sich laut äussern. Es gibt sie hoffentlich auch in der Schweiz, auch wenn ich bisher keine Schweizer Blogger kennengelernt habe.
Doch nun zum Thema:
Es gibt auch in deutscher Sprache hervorragende Blogs (neben dem meinen natürlich) und offizielle Websites der Medien, die jeder, der sich mit der Materie des als „Israelkritik“ getarnten Judenhassens beschäftigt lesen sollte. Ich möchte an dieser Stelle einige Zitate aus solchen Blogs präsentieren. Die Reihenfolge hat mit Wertung nicht das Geringste zu tun.
Lisas Welt
Aus dem letzten dort erschienen Artikel „Auschwitz zu den Akten“ in dem er, der Nichtjude, jüdische „Israelkritiker“ rezensiert, nimmt er sich einem meiner Lieblingsthemen an, den jüdischen Gutmenschen, denen er eine schöne jiddischen Bezeichnung verpasst, ohne beleidigend, bestenfalls mitleidig zu wirken:
„…….worauf die „Israelkritik“ in letzter Konsequenz immer hinausläuft: auf eine Dämonisierung und Delegitimierung des jüdischen Staates, auf eine Verdrehung von Tätern und Opfern und auf eine Entlastung von der originär deutschen Tat Auschwitz. Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost ist eine eigentlich vernachlässigenswerte Gruppierung, die selten mehr auf die Beine bringt als ein Dutzend Nebbichs.“
Perlentaucher.de (ein Kultur-Magazin)
Ein beeindruckender Site mit Tiefgang. Nicht alles darin ist zynisch oder bloss ironisch, sondern, wie diese Predigt von Götz Aly, die berührt und zum Nachdenken zwingt. Ich bin von Götz Alys Predigt so beeindruckt, dass ich persönliche Information über ihn suchte. Ein bemerkenswerter Mann.
N-TV.de
Hier fand ich ein hervorragendes Interview mit Necla Kelek, einer islamkritischen Muslima. Kelek ist in islamkritischen Kreisen sehr bekannt und ist eine jener aussergewöhnlich mutigen und seltenen Muslime, die ihr Leben riskieren und dem heutigen, von blutrünstigen Islamisten vorwiegend beeinflussten Islam entgegenstehen, ohne den Islam selbst gänzlich zu negieren.
Israel News (Ami Isseroff)
Ami Isseroff ist ein hervorragender Kommentator linker Provenienz, der laufend überzeugende Entlarvungen zutage fördert, wie diese Blossstellung des aktiven „Anti-Zionismus“, der nicht nichts ist als traditioneller Judenhass, der hier die Hosen herunter lässt. Ausdrücke wie „Jewish Motherfuckers“ und „Jewish Jesuskillers“ gehören noch zu den feineren Ausdrücken, die hier zu hören sind. Heute ist es tatsächlich so, dass die Grenzen zwischen linkem und rechtem Extremismus völlig aufgelöst sind, falls sie im Zusammenhang mit Antizionismus und Judenhass überhaupt je bestanden haben. Beide benutzen identische antisemitische Argumentationen, die, so hirnlos sie auch sind, eine wachsende Popularität erleben. Das hier gezeigt Filmchen zeigt das sehr eindringlich.
Die Achse des Guten
Eine der zwei Web-Heimaten des Henryk M. Broders. Immer wieder heftige Wortes des Meisters, der Dinge zu Tage fördert, wie der im hier gezeigten Text zu findende Link, der einen sehr linken und sehr echauffierten deutschen Lokalpolitiker zeigt, wie er Israel das Existenzrecht abspricht. Ein Lehrstück, das sich in der Schweiz und anderen europäischen Ländern abspielen könnte.
Henryk M. Broders Homepage
Nicht nur, dass Broder gekonnt ausfällig über dumme und bösartige Leute – Antisemiten oder sonst einfach dumm und bösartig - herfällt, er versteckt seine Duelle mit seinen vielen Feinden nicht. Er publiziert deren Anwürfe in seinem Blog, entblösst so den oft darin enthaltenen Unsinn und den eigentlichen Charakter der Schreiber.
Spirit of Entebbe
Claudio Casulas Blog ist gepflegt, hat visuell eine beruhigende Ausstrahlung, doch wenn man den Inhalt liest, dann merkt man, dass hier jemand auf den Grund allgemein üblicher Vorurteile und verlogener Behauptungen gegenüber Israel und dem Judentum kommen will, die in Medien, am Stammtisch, bei ideologisch verdrehten Idioten und auf der Strasse laut werden. Sein „Gemischtes Doppel“ hat Klasse, er punktet damit ohne Mühe und das Echo in den Kommentaren ergibt den fehlenden Kommentar unter den Bildern. Sein Thema „Unbotmässige Juden“ zeigt eine völlig akzeptable Sicht der Dinge, die ich zwar nicht ganz teile, aber respektiere. Schreiben kann er, der Claudio, das gestehe ich ihm neidlos zu, auch wenn er „Uris Tagebuch“ noch nicht in seine Blog-Empfehlungsliste aufgenommen hat. Die Seine ist auf der Meinen.
Castollux
Der Blog „Castollux“ meines Freundes Bernd Dahlenburg zeugt von einem energischen Einstehen für uns Juden und ihren Staat Israel, aber auch für politischen Anstand, wie der hier gezeigte Schriftwechsel „Hoteltraditionen“. Bernds theologische Ausbildung hilft ihm dem islamistischen Unfug professionell zu begegnen. Das beruhigt vielleicht ihn selbst, aber den gläubigen Jihadisten lässt das kalt.
Wir Juden in Israel und in der Diaspora sollten dankbar sein, solch gute und verlässliche Freunde, wie die oben erwähnten, zu haben. Sie tun eine Arbeit, vor der sich zahlreiche unserer jüdischen Freunde drücken und beweisen, dass wir heute, im Gegensatz zur Zeit des Dritten Reiches, auch in Deutschland helfende Freunde besitzen, die sich laut äussern. Es gibt sie hoffentlich auch in der Schweiz, auch wenn ich bisher keine Schweizer Blogger kennengelernt habe.
Sonntag, 7. März 2010
In aller Höflichkeit, Broder
Der Henryk M. Broder hat wieder mal einen Brief geschrieben, den es mich fast schon pathologisch drängt weiterzugeben. Er haute mich um. Er ist in seiner Höflichkeit einmalig und an eine Macherin der neonazistischen NPD Partei im deutschen Chemnitz gerichtet, die seinen Vortrag über alle Massen lobt und fast schon philosemitisch tönt, so hatte es ihr der Broder angetan, obwohl sie nicht einmal am Anlass teilgenommen hatte. Der Auslöser von Broders wundervoller Antwort ist in dem im Brief zu findenden Link zu finden. Broders Brief, völlig hochachtungsfrei geschrieben, bringe ich so wie er ist, eins zu eins, inklusive Kleinschreibung. Also, hier bitte:
Henryk M. Broder
frau köhler,
im pressedienst der halbkriminellen vereinigung, der auch sie angehören, war gestern zu lesen:
“Chemnitzer NPD-Stadträtin applaudiert Broders Überfremdungskritik”.
(http://www.npd-sachsen.de/index.php?s=9&aid=700)
sie waren bei meiner lesung nicht dabei. dafür bin ich ihnen dankbar. allein die vorstellung, im selben raum mit ihnen zu sein, lässt mir das essen von gestern hochkommen. ihre abwesenheit hat sie freilich nicht davon abgehalten, sich zu meinem auftritt zu äußern. nach der lektüre ihres statements könnte man sich fragen, ob sie dumm oder bösartig sind. ich finde, sie sind beides.
das wort “überfremdung” gehört zu ihrem vokabular, nicht zu meinem. es ist weder während der lesung noch in der anschliessenden diskussion gefallen. ich habe weder implizit noch explizit gegen diejenigen “gewettert”, die in ihren kranken phantasien die hauptrollen spielen, also ausländer, migranten und
andere nicht-deutsche.
und ich sage es ihnen gerne noch einmal, so klar und unmissverständlich, dass es sogar ihr bezopftes spatzenhirn begreifen sollte: wenn es die möglichkeit gäbe, sie und das rechtsradikale pack, das sie repräsentieren, gegen ausländer - egal welcher provenienz - auszutauschen, würde ich mich sofort dafür aussprechen.
ob sie meine bücher gelesen haben, weiß ich nicht. es ist mir auch wurscht. selbst wenn sie es getan haben, haben sie nichts verstanden. meine forderung nach mehr intoleranz richtet sich nicht nur gegen die terrorversteher von links, sie richtet sich auch gegen das gesindel, das ihre politische heimat ist.
ich habe in chemnitz meine bewunderung und meinen respekt für die dresdner bürger artikuliert, die am jahrestag der bombardierung den öffentlichen raum
besetzt und der npd den weg versperrt haben. ich habe auch angeregt, dass alle bürger mit migrationshintergrund - vom türkischen müllfahrer bis zum indischen arzt - einen tag lang streiken, um der fremdenfeindlichkeit die grundlage zu entziehen. das alles sind nicht ihre positionen.
dass sie sich nun hinter einem “jüdischen leitintellektuellen” verstecken, zeugt nur von ihrer schamlosigkeit im umgang mit dem, das sie irrtümlich für politik halten. es ist aber nur die pflege von ressentiments. für ihre versuche, jemand zu finden, der ihre schweinereien für koscher erklärt, stehe ich nicht zur verfügung.
wenn sie es noch einmal machen, komme ich bei ihnen vorbei und ziehe ihnen die zöpfe lang.
versprochen und grusslos
b.
Ich danke Amos Stern für diesen Tipp. Eins bleibt mir allerdings unklar: Was ist denn ein bezopftes Spatzenhirn? Und noch etwas - wo bleibt der schweizerische Broder? Hat niemand den Mut, höflich oder nicht, sich öffentlich und durchschlagend mit dem Antisemitismus, dem Jihadismus und andere die Freiheit bedrohenden Phänomenen der heutigen Tage unapologetisch auseinanderzusetzen?
Im übrigens möchte ich jene wenige meiner Tagebuch lesenden Freunde, die es noch nicht geschafft haben, bitten die Petition „Gegen eine stete unausgewogene, verzerrte und tendenziöse Darstellung des Nahostkonfliktes durch das Schweizer Fernsehen“, von meinen Freunden Beatrice Bisang (Schweiz) und Roger Guth (Israel) lanciert, zu unterschreiben. Sie ist es wert, auch wenn es jüdische Schweizer zu geben scheint, so verstehe ich es auch einigen Zuschriften an meine Adresse, die sich davor fürchten. Nichtstun ist, auch wenn noch so fantasievoll begründet, in diesem Fall, wie in anderen Fällen, in denen es um Antisemitismus geht, der falsche Weg. Duckmäuser mag ich nicht besonders, jüdische schon gar. Immerhin, vorhin zählte ich im Internet schon 668 Unterschriften, dazu werden noch die vielen in öffentlichen Stellen aufliegenden Unterschriftlisten kommen – die Zahl derer, die mutig ihre unapologetische Meinung kundtun, beeindruckt schon jetzt und übersteigt die kühnsten Erwartungen.
Henryk M. Broder
frau köhler,
im pressedienst der halbkriminellen vereinigung, der auch sie angehören, war gestern zu lesen:
“Chemnitzer NPD-Stadträtin applaudiert Broders Überfremdungskritik”.
(http://www.npd-sachsen.de/index.php?s=9&aid=700)
sie waren bei meiner lesung nicht dabei. dafür bin ich ihnen dankbar. allein die vorstellung, im selben raum mit ihnen zu sein, lässt mir das essen von gestern hochkommen. ihre abwesenheit hat sie freilich nicht davon abgehalten, sich zu meinem auftritt zu äußern. nach der lektüre ihres statements könnte man sich fragen, ob sie dumm oder bösartig sind. ich finde, sie sind beides.
das wort “überfremdung” gehört zu ihrem vokabular, nicht zu meinem. es ist weder während der lesung noch in der anschliessenden diskussion gefallen. ich habe weder implizit noch explizit gegen diejenigen “gewettert”, die in ihren kranken phantasien die hauptrollen spielen, also ausländer, migranten und
andere nicht-deutsche.
und ich sage es ihnen gerne noch einmal, so klar und unmissverständlich, dass es sogar ihr bezopftes spatzenhirn begreifen sollte: wenn es die möglichkeit gäbe, sie und das rechtsradikale pack, das sie repräsentieren, gegen ausländer - egal welcher provenienz - auszutauschen, würde ich mich sofort dafür aussprechen.
ob sie meine bücher gelesen haben, weiß ich nicht. es ist mir auch wurscht. selbst wenn sie es getan haben, haben sie nichts verstanden. meine forderung nach mehr intoleranz richtet sich nicht nur gegen die terrorversteher von links, sie richtet sich auch gegen das gesindel, das ihre politische heimat ist.
ich habe in chemnitz meine bewunderung und meinen respekt für die dresdner bürger artikuliert, die am jahrestag der bombardierung den öffentlichen raum
besetzt und der npd den weg versperrt haben. ich habe auch angeregt, dass alle bürger mit migrationshintergrund - vom türkischen müllfahrer bis zum indischen arzt - einen tag lang streiken, um der fremdenfeindlichkeit die grundlage zu entziehen. das alles sind nicht ihre positionen.
dass sie sich nun hinter einem “jüdischen leitintellektuellen” verstecken, zeugt nur von ihrer schamlosigkeit im umgang mit dem, das sie irrtümlich für politik halten. es ist aber nur die pflege von ressentiments. für ihre versuche, jemand zu finden, der ihre schweinereien für koscher erklärt, stehe ich nicht zur verfügung.
wenn sie es noch einmal machen, komme ich bei ihnen vorbei und ziehe ihnen die zöpfe lang.
versprochen und grusslos
b.
Ich danke Amos Stern für diesen Tipp. Eins bleibt mir allerdings unklar: Was ist denn ein bezopftes Spatzenhirn? Und noch etwas - wo bleibt der schweizerische Broder? Hat niemand den Mut, höflich oder nicht, sich öffentlich und durchschlagend mit dem Antisemitismus, dem Jihadismus und andere die Freiheit bedrohenden Phänomenen der heutigen Tage unapologetisch auseinanderzusetzen?
Im übrigens möchte ich jene wenige meiner Tagebuch lesenden Freunde, die es noch nicht geschafft haben, bitten die Petition „Gegen eine stete unausgewogene, verzerrte und tendenziöse Darstellung des Nahostkonfliktes durch das Schweizer Fernsehen“, von meinen Freunden Beatrice Bisang (Schweiz) und Roger Guth (Israel) lanciert, zu unterschreiben. Sie ist es wert, auch wenn es jüdische Schweizer zu geben scheint, so verstehe ich es auch einigen Zuschriften an meine Adresse, die sich davor fürchten. Nichtstun ist, auch wenn noch so fantasievoll begründet, in diesem Fall, wie in anderen Fällen, in denen es um Antisemitismus geht, der falsche Weg. Duckmäuser mag ich nicht besonders, jüdische schon gar. Immerhin, vorhin zählte ich im Internet schon 668 Unterschriften, dazu werden noch die vielen in öffentlichen Stellen aufliegenden Unterschriftlisten kommen – die Zahl derer, die mutig ihre unapologetische Meinung kundtun, beeindruckt schon jetzt und übersteigt die kühnsten Erwartungen.
Dienstag, 23. Februar 2010
Aktuelles
Theodor Herzls hundertfünfzigster Geburtstag feiern – wer ist dagegen?
Von Roger Guth, meinem lieben Freund und Zionismusveteran seit der Vorkriegszeit, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Herzl dieses Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. Ich gratuliere und möchte im weiteren Rogers eigene Worte verwenden, denn es ist wichtig gelegentlich den Begründer des politischen Zionismus in Erinnerung rufen.
Hier bitte Auszüge aus Roger Guths Brief:
"In Basel habe ich den Judenstaat gegründet" schrieb 1897 Theodor Herzl in sein Tagebuch. Derselbe Satz wurde zu dessen 100. Geburtstag auf einer Sonderseite der Basler National-Zeitung hervorgehoben, bekanntlich eine der beiden Vorgängerinnen der BAZ. Ein grosses internationales Publikum fand sich damals zur Feier eines Gedenktages an historischer Stätte in Basel ein. Der Regierungsrat von Basel-Stadt zeigte erneut seine volle Sympathie, wie schon 1897 und bei jedem der 9 weiteren in Basel abgehaltenen Zionisten-Kongresse. Als damaliger Präsident der 1897 gegründeten Zionistischen Vereinigung Basel war ich verantwortlich für die lokale Organisation der Festlichkeiten, die schriftlich vom damaligen ZWO-Präsidenten Zalman Shazar eingehend und persönlich verdankt wurden.
Aber da besteht doch wohl berechtigte Hoffnung, dass der 150. Geburtstag von Theodor Herzl zum Anlass genommen wird, um das positive Ergebnis seiner Vision und Aktivitäten zu beleuchten, jedenfalls manchenorts. Es bietet sich immerhin Gelegenheit zum Aufzeigen wie aus brachliegendem Wüstengebiet ein fruchtbares Land entstehen konnte, bereichert von einer wertvollen Industrie, die für ihre jüdischen und arabischen Einwohner Arbeitsplätze schuf. Ein Land, das endlich Ruhe für so viele bedeutete, die eine elende Zeitperiode überleben konnten.
Roger hat völlig recht, dieser Geburtstag muss von Zionisten in aller Welt und auch nichtjüdischen Freunden Israels wahrgenommen und gefeiert werden. Ich werde darauf noch zurückkommen und erwarte gewisse Festlichkeiten nicht nur in Israel, sondern auch durch die Schweizer SIG und deren Mitgliedgemeinden, der JLG und auch Freundschaftsverbänden wie die Gesellschaft Schweiz-Israel und ihren sympathischen Mitgliedern.
Tennis schadet dem Terrorismus
Das verdiente Ende eines Terroristen bringt die Welt in Wallung. In Dubai wurde eine Hamasgrösse von, nach Fotos zu beurteilen, Tennisspielern umgebracht. Doch statt sich darüber zu freuen, denn nun gibt es immerhin einen Judenhasser weniger, wird Israel angeklagt, nicht nur einen freundlichen Terroristen umgebracht, sondern dazu auch – und das wiegt tausendmal schwerer – gefälschte englische, deutsche, französische und andere Pässe benutzt zu haben. Vielleicht war es der Mossad, vielleicht aber hat ein anderer, ebenso brillanter Geheimdienst, diesen Dienst für die Menschheit vollbracht. Gott weiss es bestimmt, wird aber nichts verraten. Betroffen macht höchstens das Setzen der Prioritäten durch die Medien und die durch diese verursachte Aufregung, die mit der bisher unbewiesenen Anklage Israels für einen Akt der Schädlingsbekämpfung. Statt sich öffentlich zu freuen und meinetwegen den Ausführenden dieses Aktes zu gratulieren, lässt man sich wiederum zu einer unfreundlichen, durch Angst vor dem Jihadismus und seiner Brutalität motivierten unbewiesenen Anklage an Israel hinreissen. Man kann darüber streiten, ob solche Aktionen sinnvoll sind, aber um einen fanatischen Judenhasser und Judenmörder ist es nie schade. Auch sollte es nicht vorwiegend um Rache gehen, denn wenigsten vorläufig noch, gibt es für jeden aus dem Verkehr gezogenen Terroristen innert kurzer Zeit einen Nachfolger. Ausnahmen wie zum Beispiel dem Hisbollah-Mordgenie Imad Mughniyah oder dem üblen Rollstuhlfahrer Scheich Yassin sind leider nicht selten. Doch erstens ist es um diese Leute nicht schade und zweitens schadet es nicht, wenn sie wissen, dass man sie überall erwischen kann, sei es durch den Mossad oder einem Konkurrenzunternehmen.
Die Groteske
In Gaza herrsche Not, die Leute hätten nichts zu essen, die Infrastruktur sei kaputt und ähnliches ist zu hören und zu lesen. Die von der UNO und westlichen Ländern gespendeten Milliarden sind verschwunden, versickert im Wüstensand und bei Waffenhändlern – keiner will wissen wohin. Objektive Leute, die sich nicht von palästinensischen Propagandisten an der Nase herumführen lassen, kaufen diese, falls es sie gibt, selbstverursachte Not der Hamas nicht ab. Sogar dann nicht, wenn man ihnen sorgsam zu PR-Zwecken gepflegte offene Kanalisationen und ähnliches zeigt. Darum ist die Nachricht, dass Gazaner heute ihre Gelder in Israel investieren können nur eine Überraschung für blauäugige Gutmenschen, die das bestimmt und traditionell völlig uninformiert abstreiten werden.
Eine palästinensische Predigt (in Deutsch)
Mit diesem Link öffnen sie eine deutsche Übersetzung von Memri einer kürzlich gehaltenen Freitagspredigt in Palästina. Hier der Vorspann:
Obwohl der Konflikt zwischen den Palästinensern und Israel eigentlich ein Streit über Immobilien ist, besteht eben auch eine starke und wachsende religiöse Komponente – auf beiden Seiten. Der Unterschied liegt im Masse der Heftigkeit solcher Gefühle. Der islamische Hass der arabischen Welt auf uns Juden ist ungleich stärker als jüdische „Hass“ auf die arabische Welt – und er wächst. Zwar gibt es Rabbiner, die ähnlich Unsauberes von sich geben, aber die massive Mehrheit der Israelis lehnt diesen Unfug ab. Die hier präsentierte Predigt zeigt und begründet einen Teil der israelischen Vorsicht im Umgang mit Friedensverhandlungen und deshalb empfehle ich deren Lektüre.
New Israel Fund (NIF)
Zurzeit wird der New Israel Fund weltweit angefeindet und angegriffen. Man wirft ihm vor „israelkritische“ Organisationen zu unterstützen, darunter auch solche, sogar jüdische, die die Existenz Israel völlig ablehnen. Die den NIF anklagenden Rechten scheinen etwa hysterisch zu sein. Ich finde es gut, dass es neben traditionellen zionistischen Gruppierungen, die heute für meinen Geschmack zu nationalistisch geworden sind und blind alles unterstützen, das Rechts stehende israelische Politiker anrichten, auch kritische, aber vernünftige Gruppen unterstützt werden. Als jemand, der als Delegierter an verschiedenen Kongressen der Jewish Agency teilgenommen hat, sitzen mir vergangene Eindrücke noch immer in den Knochen – wie etwa den hysterischen Jubel, den man Bibi Nethanyahu und Limor Livnat entgegenbrachte, als sie ihre Lügen vor den Delegierten des Kongresses zum besten gaben, dem ein Pfeifkonzert und demonstratives Verlassen des Kongressraums beim Referat des „Linken“ Yossi Sarid kontrastreich gegenüber stand.
Vor kurzem sprach ich mit einem Schweizer Vertreter des NIF, den ich um Unterstützung für unsere Kunstgalerie und Sozialwerk in Umm El-Fahm bat. Als ich erzählte, dass der arabische Gründer und Leiter der Galerie, Said Abu-Shakra, ein pensionierter hoher israelischer Polizeioffizier sei, der gegen Jugendkriminalität und Drogen kämpfte, hörte ich (sinngemäss), dass es schwer sein werde, einen israelischen Araber zu unterstützen, der bei der israelischen Polizei gewesen sei und dann noch als höherer Offizier. Ich war entsetzt über eine solche anscheinend „politisch korrekte“ Einstellung. Said Abu-Shakra trug mit seiner Polizeiarbeit (die eigentlich mehr Sozialarbeit war) wesentlich mehr für den Staat bei, als jeder "Israelkritiker", der aus dem sicheren Ausland mit fehlendem Sachverstand Israel kritisiert .Said erfüllte seine Pflicht als israelischer Bürger auf wirklich demokratische Art und Weise und tut es heute, in seiner Tätigkeit als Galerist, noch weit mehr. Das Bild eines israelischen Arabers, der seine Bürgerpflicht tut, der Versöhnung lebt und statt über die (bestehende) Benachteiligung der arabischen Bürger zu klagen, positives dagegen tut – das scheint nicht in die Sichtweise des armen Arabers (dem Eingeborenen) in Israel zu passen, das sich die weltweite extreme Linke zurechtgelegt hat. Saids Motto „tun statt jammern“ entspricht nicht der Auffassung israelkritischer Gutmenschen, ist ihnen vielleicht politisch nicht korrekt genug. Der Rassismus dieser Leute verlangt, so scheint mir, einen hilflosen „Eingeborenen“, den man hätscheln kann, der dankbar ist und nicht einen selbstbewussten, für sich selbst verantwortlichen Menschen, der alles tut, um auf gleicher Augenhöhe mit seinen Mitmenschen zusammenzuleben und selbstständig zu agieren.
Von Roger Guth, meinem lieben Freund und Zionismusveteran seit der Vorkriegszeit, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Herzl dieses Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. Ich gratuliere und möchte im weiteren Rogers eigene Worte verwenden, denn es ist wichtig gelegentlich den Begründer des politischen Zionismus in Erinnerung rufen.
Hier bitte Auszüge aus Roger Guths Brief:
"In Basel habe ich den Judenstaat gegründet" schrieb 1897 Theodor Herzl in sein Tagebuch. Derselbe Satz wurde zu dessen 100. Geburtstag auf einer Sonderseite der Basler National-Zeitung hervorgehoben, bekanntlich eine der beiden Vorgängerinnen der BAZ. Ein grosses internationales Publikum fand sich damals zur Feier eines Gedenktages an historischer Stätte in Basel ein. Der Regierungsrat von Basel-Stadt zeigte erneut seine volle Sympathie, wie schon 1897 und bei jedem der 9 weiteren in Basel abgehaltenen Zionisten-Kongresse. Als damaliger Präsident der 1897 gegründeten Zionistischen Vereinigung Basel war ich verantwortlich für die lokale Organisation der Festlichkeiten, die schriftlich vom damaligen ZWO-Präsidenten Zalman Shazar eingehend und persönlich verdankt wurden.
Aber da besteht doch wohl berechtigte Hoffnung, dass der 150. Geburtstag von Theodor Herzl zum Anlass genommen wird, um das positive Ergebnis seiner Vision und Aktivitäten zu beleuchten, jedenfalls manchenorts. Es bietet sich immerhin Gelegenheit zum Aufzeigen wie aus brachliegendem Wüstengebiet ein fruchtbares Land entstehen konnte, bereichert von einer wertvollen Industrie, die für ihre jüdischen und arabischen Einwohner Arbeitsplätze schuf. Ein Land, das endlich Ruhe für so viele bedeutete, die eine elende Zeitperiode überleben konnten.
Roger hat völlig recht, dieser Geburtstag muss von Zionisten in aller Welt und auch nichtjüdischen Freunden Israels wahrgenommen und gefeiert werden. Ich werde darauf noch zurückkommen und erwarte gewisse Festlichkeiten nicht nur in Israel, sondern auch durch die Schweizer SIG und deren Mitgliedgemeinden, der JLG und auch Freundschaftsverbänden wie die Gesellschaft Schweiz-Israel und ihren sympathischen Mitgliedern.
Tennis schadet dem Terrorismus
Das verdiente Ende eines Terroristen bringt die Welt in Wallung. In Dubai wurde eine Hamasgrösse von, nach Fotos zu beurteilen, Tennisspielern umgebracht. Doch statt sich darüber zu freuen, denn nun gibt es immerhin einen Judenhasser weniger, wird Israel angeklagt, nicht nur einen freundlichen Terroristen umgebracht, sondern dazu auch – und das wiegt tausendmal schwerer – gefälschte englische, deutsche, französische und andere Pässe benutzt zu haben. Vielleicht war es der Mossad, vielleicht aber hat ein anderer, ebenso brillanter Geheimdienst, diesen Dienst für die Menschheit vollbracht. Gott weiss es bestimmt, wird aber nichts verraten. Betroffen macht höchstens das Setzen der Prioritäten durch die Medien und die durch diese verursachte Aufregung, die mit der bisher unbewiesenen Anklage Israels für einen Akt der Schädlingsbekämpfung. Statt sich öffentlich zu freuen und meinetwegen den Ausführenden dieses Aktes zu gratulieren, lässt man sich wiederum zu einer unfreundlichen, durch Angst vor dem Jihadismus und seiner Brutalität motivierten unbewiesenen Anklage an Israel hinreissen. Man kann darüber streiten, ob solche Aktionen sinnvoll sind, aber um einen fanatischen Judenhasser und Judenmörder ist es nie schade. Auch sollte es nicht vorwiegend um Rache gehen, denn wenigsten vorläufig noch, gibt es für jeden aus dem Verkehr gezogenen Terroristen innert kurzer Zeit einen Nachfolger. Ausnahmen wie zum Beispiel dem Hisbollah-Mordgenie Imad Mughniyah oder dem üblen Rollstuhlfahrer Scheich Yassin sind leider nicht selten. Doch erstens ist es um diese Leute nicht schade und zweitens schadet es nicht, wenn sie wissen, dass man sie überall erwischen kann, sei es durch den Mossad oder einem Konkurrenzunternehmen.
Die Groteske
In Gaza herrsche Not, die Leute hätten nichts zu essen, die Infrastruktur sei kaputt und ähnliches ist zu hören und zu lesen. Die von der UNO und westlichen Ländern gespendeten Milliarden sind verschwunden, versickert im Wüstensand und bei Waffenhändlern – keiner will wissen wohin. Objektive Leute, die sich nicht von palästinensischen Propagandisten an der Nase herumführen lassen, kaufen diese, falls es sie gibt, selbstverursachte Not der Hamas nicht ab. Sogar dann nicht, wenn man ihnen sorgsam zu PR-Zwecken gepflegte offene Kanalisationen und ähnliches zeigt. Darum ist die Nachricht, dass Gazaner heute ihre Gelder in Israel investieren können nur eine Überraschung für blauäugige Gutmenschen, die das bestimmt und traditionell völlig uninformiert abstreiten werden.
Eine palästinensische Predigt (in Deutsch)
Mit diesem Link öffnen sie eine deutsche Übersetzung von Memri einer kürzlich gehaltenen Freitagspredigt in Palästina. Hier der Vorspann:
Offizielle Freitagspredigt der Palästinensischen Autonomiebehörde: ‚Die Juden sind die Feinde Allahs […] Unsere gegenseitige Feindschaft mit ihnen beruht mehr auf Glaubensfragen, als auf Angelegenheiten wie der Besatzung oder dem Land'; 'Der Prophet Mohammed sagte: Ihr werdet die Juden bekämpfen und ihr werdet sie töten'; 'Dieses Land wird nur durch den Dschihad befreit werden'
Obwohl der Konflikt zwischen den Palästinensern und Israel eigentlich ein Streit über Immobilien ist, besteht eben auch eine starke und wachsende religiöse Komponente – auf beiden Seiten. Der Unterschied liegt im Masse der Heftigkeit solcher Gefühle. Der islamische Hass der arabischen Welt auf uns Juden ist ungleich stärker als jüdische „Hass“ auf die arabische Welt – und er wächst. Zwar gibt es Rabbiner, die ähnlich Unsauberes von sich geben, aber die massive Mehrheit der Israelis lehnt diesen Unfug ab. Die hier präsentierte Predigt zeigt und begründet einen Teil der israelischen Vorsicht im Umgang mit Friedensverhandlungen und deshalb empfehle ich deren Lektüre.
New Israel Fund (NIF)
Zurzeit wird der New Israel Fund weltweit angefeindet und angegriffen. Man wirft ihm vor „israelkritische“ Organisationen zu unterstützen, darunter auch solche, sogar jüdische, die die Existenz Israel völlig ablehnen. Die den NIF anklagenden Rechten scheinen etwa hysterisch zu sein. Ich finde es gut, dass es neben traditionellen zionistischen Gruppierungen, die heute für meinen Geschmack zu nationalistisch geworden sind und blind alles unterstützen, das Rechts stehende israelische Politiker anrichten, auch kritische, aber vernünftige Gruppen unterstützt werden. Als jemand, der als Delegierter an verschiedenen Kongressen der Jewish Agency teilgenommen hat, sitzen mir vergangene Eindrücke noch immer in den Knochen – wie etwa den hysterischen Jubel, den man Bibi Nethanyahu und Limor Livnat entgegenbrachte, als sie ihre Lügen vor den Delegierten des Kongresses zum besten gaben, dem ein Pfeifkonzert und demonstratives Verlassen des Kongressraums beim Referat des „Linken“ Yossi Sarid kontrastreich gegenüber stand.
Vor kurzem sprach ich mit einem Schweizer Vertreter des NIF, den ich um Unterstützung für unsere Kunstgalerie und Sozialwerk in Umm El-Fahm bat. Als ich erzählte, dass der arabische Gründer und Leiter der Galerie, Said Abu-Shakra, ein pensionierter hoher israelischer Polizeioffizier sei, der gegen Jugendkriminalität und Drogen kämpfte, hörte ich (sinngemäss), dass es schwer sein werde, einen israelischen Araber zu unterstützen, der bei der israelischen Polizei gewesen sei und dann noch als höherer Offizier. Ich war entsetzt über eine solche anscheinend „politisch korrekte“ Einstellung. Said Abu-Shakra trug mit seiner Polizeiarbeit (die eigentlich mehr Sozialarbeit war) wesentlich mehr für den Staat bei, als jeder "Israelkritiker", der aus dem sicheren Ausland mit fehlendem Sachverstand Israel kritisiert .Said erfüllte seine Pflicht als israelischer Bürger auf wirklich demokratische Art und Weise und tut es heute, in seiner Tätigkeit als Galerist, noch weit mehr. Das Bild eines israelischen Arabers, der seine Bürgerpflicht tut, der Versöhnung lebt und statt über die (bestehende) Benachteiligung der arabischen Bürger zu klagen, positives dagegen tut – das scheint nicht in die Sichtweise des armen Arabers (dem Eingeborenen) in Israel zu passen, das sich die weltweite extreme Linke zurechtgelegt hat. Saids Motto „tun statt jammern“ entspricht nicht der Auffassung israelkritischer Gutmenschen, ist ihnen vielleicht politisch nicht korrekt genug. Der Rassismus dieser Leute verlangt, so scheint mir, einen hilflosen „Eingeborenen“, den man hätscheln kann, der dankbar ist und nicht einen selbstbewussten, für sich selbst verantwortlichen Menschen, der alles tut, um auf gleicher Augenhöhe mit seinen Mitmenschen zusammenzuleben und selbstständig zu agieren.
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